Originaltitel: The Painted Man
Übersetzung: Ingrid Herrmann-Nytko
Band 1: Das Lied der Dunkelheit
Band 2: Das Flüstern der Nacht
Band 3: Die Flammen der Dämmerung
Band 4: Der Thron der Finsternis
Novellen:
1. Der große Basar
2. Das Erbe des Kuriers
Dies ist der erste Band von Bretts Demon-Zyklus. Den meisten Fantasy-Lesern ist diese Reihe bestimmt schon lange bekannt, immerhin steht sie in den meisten Buchläden schon seit Jahren im Regal. Für den Rest noch mal kurz zum Inhalt:
Sobald die Sonne untergeht betreten Dämonen die Spielfläche. Diese sind so gut wie nicht zu besiegen, so dass sich die Menschen nachts hinter Schutzsiegeln in ihren Häusern verbergen. Vor langer Zeit soll es einmal Möglichkeiten gegeben haben, sich diesen finsteren Wesen erfolgreich entgegenzustellen, doch das Wissen darüber ging schon vor langer Zeit verloren. Doch eine Prophezeiung besagt, dass irgendwann der Erlöser kommen soll, der die Dämonen in den Horc zurücktreibt und die Menschen befreit.
In diesem ersten Teil lernt der Leser drei junge Menschen aus unterschiedlichen Dörfern kennen und sieht sie aufwachsen. Da wäre zum einen Arlen, ein junger Bursche mit einem besonderen Talent zum Bannzeichnen. Des weiteren gibt es das Mädchen Leesha, dass eine Lehre bei einer recht biestigen Kräuterkundlerin den Heiratsvermittlungsversuchen ihrer Mutter vorzieht. Und dann ist da noch Rojer, der seine Familie verliert und von einem Jongleur aufgezogen wird.
Das ganze liest sich flüssig und leicht... vielleicht etwas zu reibungslos. Bitte nicht falsch verstehen, die Geschichte an sich ist schon spannend, aber sprachlich doch recht einfach gehalten. Außerdem hat das Buch ein wenig von einem riesigen Prolog, in dem erst einmal die Figuren aufgestellt werden, bevor es im nächsten Band dann richtig los geht.
In anderen Büchern bekommt man oft schillernde und problembeladene Hauptfiguren präsentiert und erfährt erst nach und nach, was hinter deren Fassade steckt. Hier ist es genau umgekehrt und es wird viel Zeit und Geschichte in genau diese Entwicklung gesteckt. Gefällt mir von der Idee her. Allerdings stehen die Figuren für mich an manchen Stellen arg auf der Kippe zum nervig werden. Besonders Arlen und Leesha sind stets mutig und klug und rechtschaffen. Und natürlich auch noch überaus attraktiv. Währenddessen kommt ein Großteil der Nebenfiguren leider etwas dümmlich daher. Naja, vielleicht entwickelt sich ja im Folgeband insoweit ein besseres Gleichgewicht.
Sonntag, 14. Februar 2016
Sonntag, 7. Februar 2016
Claire Winter - Die Schwestern von Sherwood
"Eine geheime Botschaft, eine verbotene Liebe, eine tödliche Schuld"
Soviel verspricht der Einband und lädt damit zu einer gemütlichen Schökerrunde mit bittersüßer Liebesgeschichte und düsterem Familiengeheimnis. Perfekt zum Abtauchen und Seele baumeln lassen.
Die Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt.
1948 bemüht sich Melinda in Berlin um eine Festanstellung als Journalistin. Als ihr anonym ein Paket mit alten Liebesbriefen und Landschaftszeichungen zugestellt wird kann sie damit zwar zunächst nichts anfangen, ist aber von den gefühlvollen Briefen an eine namenlose Frau fasziniert. Das Paket enthält jedoch noch einen weiteren Gegenstand, der eine Verbindung zu ihrer Großmutter hat. Somit sind persönliche und berufliche Neugier geweckt und Melinda versucht, das Geheimnis dieses Päckchens zu lösen und gleichzeitig mehr über ihre eigene Familie zu erfahren.
In der zweiten Erzählebene geht es um die Schwestern Cathleen und Amalia die im englischen Dartmoore aufwachsen. Dieser Handlungsstrang setzt 1881 ein, als die damals sechsjährige Amalia durch eine Erkrankung ihr Gehör verliert und begleitet die beiden bis ins Erwachsenenalter.
Schon bald führen Melindas Recherchen sie ins Dartmoore und auf die Spur von Cathleen und Amalia, der beiden Schwestern, die vor etwa 50 Jahren im Moor verunglückt sein sollen. Doch die Dörfler zeigen wenig Begeisterung dafür, dass Melinda an der alten Geschichte rührt.
Hach ja, das Buch entwickelt sehr schnell eine Sogwirkung - ich war am Wochenende praktisch am Sofa festgetackert. Es liest sich angenehm flüssig, so dass sich schon nach wenigen Zeilen das Kopfkino einstellt. Also ideal, um in der Geschichte zu versinken. Gerade zu Beginn hat das Moor eine unwiderstehlich und leicht unheimliche Wirkung, die eigene Spekulationen um das Schicksal der dort verschwundenen Schwestern geradezu herausfordert. So einen gewissen Kitschfaktor gibt es natürlich schon, der gehört aber unbedingt dazu. Dabei muss ich sagen, dass ich wirklich beide Erzählebenen gleichwertig gut fand. Oft habe ich bei solchen Erzählstrukturen einen klaren Favoriten und warte nur darauf, dass es dort weitergeht, aber hier haben mir beide Teile gefallen und ich habe in beiden mitgefiebert.
Cathleen und Amalia wachsen in einem reichen Haushalt auf, gehören jedoch zum großen Bedauern ihrer Mutter nicht zur Oberschicht. Durch ihre Töchter versucht diese nun, gesellschaftliche Verbindungen zu knüpfen. Die Behinderung von Amalia steht ihren Bemühungen jedoch im Wege, so dass mehr und mehr versucht wird, die beiden Schwestern zu trennen und Amalia vor der Öffentlichkeit zu verstecken.
Ein großer Teil dieser Erzählebene wird aus Amalias Sicht geschildert, die sich nicht nur mit ihrer Taubheit arrangieren muss, sondern auch mit der gesellschaftlichen Ausgrenzung und der Ablehnung durch ihre Mutter. Nur das enge Band zwischen den Schwestern bleibt erhalten. ... bis Amalia ihm im Moor begegnet und zum ersten mal ein Geheimnis vor Cathleen hat.
Einfach zum Dahinschmelzen. Zum Ende hin vielleicht etwas viel Drama, aber trotzdem ein richtiges Wohlfühlbuch.
Montag, 1. Februar 2016
Runrig - The Story
Dies ist zwar ein Buchblog, aber wenn die Lieblingsband ein neues Album herausbringt muss eine Ausnahme her.
Denn es ist daaaaa! "The Story" heißt das gute Stück. Vorbestellt hatte ich die Scheibe schon vor einer gefühlten Ewigkeit und dann hibbelig auf die Auslieferungsmitteilung gewartet. Dem Postboten habe ich natürlich nicht aufgelauert... es war reiner Zufall, dass ich an der Tür war, bevor er klingeln konnte. Ehrlich *g*.

Nach dem großartigen letzten Album "Everything you see", dass, wie ich gerade festgestellt habe, bereits 2007 erschienen ist (Hilfe, ich werde alt - ist das echt schon so lange her?), gibt es jetzt etwas Neues von den Jungs. Hab ich schon erwähnt, dass ich mich freue?
Bei dieser CD lohnt es sich übrigens sehr zur Premium Edition zu greifen, da diese mit einem 32-seitigen Booklet daherkommt. Ohne Näheres zu wissen würde ich mal darauf tippen, dass dies hauptsächlich von den Macdonald-Brüdern gestaltet wurde. Es erinnert vom Stil her nämlich sehr an deren Songbook "Flower of the West" und enthält neben den Songtexten Gedanken zu geschichtlichen Ereignissen der letzten 50 Jahre, Fotos, Zitate, Tagebuchauszüge, sowie Übersetzungen der gälischen Songtexte ins Englische. (Und damit ist dann, wenigstens für einen Moment, auch der Bogen zu einem buchigen Thema geschlagen.)
Diese beiden Zeilen aus dem Song "The Story" beschreiben ziemlich genau, worum es in diesem Album inhaltlich geht. Es ist wie ein Querschnitt aus einem halben Jahrhundert, voller Tränen und Lachen und Menschlichkeit.
Und auch auf diesem Album herrscht der typische Runrig-Sound vor, von rockig bis sanft ist alles dabei. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie diese Stücke live klingen werden.
Bezüglich des Gesangs fällt auf, dass Rory Macdonald diesmal sehr präsent ist. Zwar übernimmt Bruce Guthro in sechs von zehn Titeln den Hauptpart, es gibt von ihm jedoch kein Solostück. Schade eigentlich. Dagegen singt Rory vier Songs allein und ist in allen anderen zumindest im Refrain zu hören. ... allerdings ist das Jammrn auf hohem Niveau, denn die Stücke an sich gefallen mir allesamt wahnsinnig gut.
Anspieltipps: Onar, Every Beating Heart, Rise and Fall
Denn es ist daaaaa! "The Story" heißt das gute Stück. Vorbestellt hatte ich die Scheibe schon vor einer gefühlten Ewigkeit und dann hibbelig auf die Auslieferungsmitteilung gewartet. Dem Postboten habe ich natürlich nicht aufgelauert... es war reiner Zufall, dass ich an der Tür war, bevor er klingeln konnte. Ehrlich *g*.

Nach dem großartigen letzten Album "Everything you see", dass, wie ich gerade festgestellt habe, bereits 2007 erschienen ist (Hilfe, ich werde alt - ist das echt schon so lange her?), gibt es jetzt etwas Neues von den Jungs. Hab ich schon erwähnt, dass ich mich freue?
Bei dieser CD lohnt es sich übrigens sehr zur Premium Edition zu greifen, da diese mit einem 32-seitigen Booklet daherkommt. Ohne Näheres zu wissen würde ich mal darauf tippen, dass dies hauptsächlich von den Macdonald-Brüdern gestaltet wurde. Es erinnert vom Stil her nämlich sehr an deren Songbook "Flower of the West" und enthält neben den Songtexten Gedanken zu geschichtlichen Ereignissen der letzten 50 Jahre, Fotos, Zitate, Tagebuchauszüge, sowie Übersetzungen der gälischen Songtexte ins Englische. (Und damit ist dann, wenigstens für einen Moment, auch der Bogen zu einem buchigen Thema geschlagen.)
"And I can't help feeling it will always be
The story of the life inside of me"
Diese beiden Zeilen aus dem Song "The Story" beschreiben ziemlich genau, worum es in diesem Album inhaltlich geht. Es ist wie ein Querschnitt aus einem halben Jahrhundert, voller Tränen und Lachen und Menschlichkeit.
Und auch auf diesem Album herrscht der typische Runrig-Sound vor, von rockig bis sanft ist alles dabei. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie diese Stücke live klingen werden.
Bezüglich des Gesangs fällt auf, dass Rory Macdonald diesmal sehr präsent ist. Zwar übernimmt Bruce Guthro in sechs von zehn Titeln den Hauptpart, es gibt von ihm jedoch kein Solostück. Schade eigentlich. Dagegen singt Rory vier Songs allein und ist in allen anderen zumindest im Refrain zu hören. ... allerdings ist das Jammrn auf hohem Niveau, denn die Stücke an sich gefallen mir allesamt wahnsinnig gut.
Anspieltipps: Onar, Every Beating Heart, Rise and Fall
Dienstag, 12. Januar 2016
Michael J. Sullivan - Zeitfuge
Ellis Rogers hat aufgrund einer unheilbaren Lungenkrankheit nur noch wenige Monate zu leben. Als er am Tag der Diagnose auch noch erfährt, dass seine Frau mit seinem besten Freund fremdgegangen ist, beschließt er, alles zurück zu lassen und den Sprung in die Zukunft zu wagen. Doch statt der geplanten 200 Jahre landet er 2000 Jahre in der Zukunft... und die ist ganz anders als erwartet.
Ha, endlich mal wieder ein Zeitreiseroman. Auf dieses Buch hatte ich mich schon sehr gefreut.
Das der Geschichte vorangestellte Vorwort hätte man, was meinen Geschmack angeht, aber lieber weglassen sollen. Zunächst einmal stellt der Autor fest, dass Zeitreisen, wie sie hier beschrieben werden, nicht möglich sind. Öhm ja, echt jetzt? Beim Weiterlesen habe ich dann auf die Pointe gewartet. Aber nein, es geht mit so einer Art Rechtfertigung dafür weiter, dass er Fantasy-Elemente nutzt und sein Hauptaugenmerk nicht auf dem technischen Aspekt liegt. Das wirkt auf mich etwas befremdlich. Kann er nicht einfach seine Geschichte erzählen und den Leser selbst entscheiden lassen, ob ihm das Gelesene in den Kram passt? Des Weiteren zieht der Autor schon im Vorwort Vergleiche zu H.G. Wells "Die Zeitmaschine". Dadurch wird natürlich eine ganz bestimmte Erwartungshaltung erzeugt. denn wer kann schon so etwas lesen, ohne an Morlocks und Eloi zu denken? (Und dann natürlich in Sullivans Roman nach Entsprechungen zu diesen zu suchen?) Außerdem legt er die Erwartungs-Meßlatte durch seinen Vergleich mit einem der Meister der Science Fiction schon ziemlich hoch.
Der Roman an sich hat mir da schon wesentlich besser gefallen. Mit den Gedanken an "Die Zeitmaschine" im Kopf ging es dann mit der Hauptfigur Ellis Rogers ab in die Zukunft. Die Ankunft im Dschungel wirkte dann auch dank der vorprogrammierten Erwartungshaltung nicht sooo unerwartet. Doch ab da hat sich Sullivan schon einiges Eigenes einfallen lassen. So wird Ellis Zeuge eines Mordes, ein Verbrechen, dass in der dortigen Gesellschaft so gut wie nicht mehr vorkommt und gerät mitten in die Ermittlungen.
Die Beschreibung der dortigen Gesellschaft und der Umgebung fand ich jedoch um einiges spannender als den Mordfall. Zumal hier auch schon ab der Mitte klar war, wer dahinter steckt. Ein wirklich großes Geheimnis gab es eher nicht, auch wenn Ellis ziemlich lange braucht, um zur Auflösung zu kommen. Überhaupt wirkte er mir in vielen Szenen einfach viel zu naiv. Er ist eine Figur mit reichlich Lebenserfahrung, lässt sich aber völlig ahnungslos manipulieren, während der Bösewicht einfach nur offensichtlich ganz miese Vorstellungen verbreitet. Wie er dessen Geschwafel nicht sofort durchschauen kann bleibt unverständlich. Gerade weil auch der Autor im Nachwort so darauf drängt, dass er immer verschiedene Sichtweisen in Betracht zieht, hätte ich es eleganter gefunden, wäre der Gegenspieler etwas undurchschaubarer gewesen.
Hatte ich schon erwähnt, dass die Weltbeschreibung toll war? Über die einzelnen Schauplätze hätte ich noch viel mehr lesen können. Die reißen wirklich einiges wieder heraus (selbst das Geschwafel am Ende).
Montag, 11. Januar 2016
Benedict Jacka - Cursed

Band 1 - Fated
Band 2 - Cursed
Band 3 - Taken
Band 4 - Chosen
Band 5 - Hidden
Band 6 - Veiled
(bislang keine Übersetzung vorhanden)
Auch im zweiten Teil der Reihe um Alex Verus geht es wieder turbolent zur Sache, trotzdem reicht dieser Band für mich nicht an den ersten heran. Das Buch ist sicherlich unterhaltsam, die große Begeisterung löst es aber bei mir leider nicht aus.
Handlung:
Jemand (oder Etwas) scheint es auf magische Kreaturen abgesehen zu haben. Da diese bei den meisten Zauberern jedoch nicht gerade hoch im Kurs stehen (Werwölfe & Co. sind halt lästige Monster) kümmert sich zunächst niemand darum. Auch Alex hat andere Probleme, denn eine wunderschöne Frau erscheint in seinem Laden - leider mit einem magischen Konstrukt im Schlepptau, dass ihr ans Leder will. Und als wären das nicht genug Probleme bringt Luna auch noch einen Freund mit, der in Alex' Laden ein gefährliches magisches Artefakt mitgehen lässt.
Tja, die Story ist an sich gar nicht übel. Und keine Frage, Jacka ist richtig gut darin, wenn er Action-Szenen schreibt. Doch trotz des bunten Treibens brauchte es ein wenig Zeit, bis die Geschichte in Fahrt kam. Die Passage "nervige Kunden" fand ich zum Beispiel zwar amüsant, für die Handlung waren diese Szenen jedoch völlig ohne Belang. Die hätten gut als Bonus in irgendeinen Anhang oder meinetwegen auf Jackas Website gepasst, als Buchbestandteil wirkte es aber leider wie Füllmaterial. Den gesamten Block hätte man auch an jeder anderen beliebigen Stelle einsetzen können, ohne auch nur ein Wort zu ändern.
Außerdem fand ich es sehr schade, dass die Figuren nicht groß weiterentwickelt wurden. Da besteht sicherlich noch eine Menge Potential, aber in dieser Hinsicht tritt der Roman auf der Stelle. Ganz kurz wird mal etwas Zwischenmenschliches angerissen, aber es wird nicht weiter darauf eingegangen. Reine Actionfans werden mit diesem Roman sicherlich glücklich, mir fehlte aber etwas mehr drum herum. Gerade im letzten Drittel wird mir deutlich zu viel in der Gegend herumgeballert. Ich mag halt fein durchdachte Lösungen lieber als diese Rambo-Nummer.
Und nach so viel Gemeckere noch etwas Positives: Die Namen!
Jacka hat einen Faible für Namen mit Bedeutung. Da lohnt es sich tatsächlich, einmal genauer hinzuschauen. Allein schon die Idee, einen der mächtigsten Magier des Rates "Levistus" (Dämon aus Dungeons & Dragons) zu nennen finde ich klasse. Da kann der Typ offiziell noch so sehr zu den Guten gehören, der Name ist Programm. Und auch der gute Talisid stammt aus dem Rollenspiel und entspricht dem dort angegebenem Profil. Aber mein Favorit ist wohl Sonder, der nach einem Runenstein benannt ist. Das passt einfach perfekt zu diesem nerdigen Historiker/Zeit-Magier.
Kritik am E-Book:
Anführungszeichen!!!!!!!!! Ich bin nicht besodners pingelig, wenn sich mal der ein oder andere Tippfehler in ein Buch einschleicht. Zwar auch nicht gerade begeistert, doch so was kann selbstverständlich vorkommen. Aber hier wurden ständig (oft mehrmals pro Seite) die Anführungszeichen am Beginn der wörtlichen Rede vergessen. grrrrr, das liest sich echt blöd.
Sonntag, 3. Januar 2016
Benedict Jacka - Fated
Band 1 - Fated
Band 2 - Cursed
Band 3 - Taken
Band 4 - Chosen
Band 5 - Hidden
Band 6 - Veiled
(bislang keine Übersetzung vorhanden)
Wartet noch jemand sehnsüchtig auf den nächsten Harry-Dresden-Roman? Dem kann ich Alex Verus wärmstens empfehlen. Der Vergleich scheint dem Autor selbst wohl auch gar nicht so unangenehm zu sein, immerhin gibt es direkt ganz zu Anfang einen sehr charmanten Verweis auf ein Gerücht über einen Magier in Chicago, der angeblich in den gelben Seiten inserieren soll. Ich gebe es ja zu, damit hatte mich Jacka und das Buch war gekauft.
Es gibt bezüglich der Hauptfigur schon einige Parallelen zur Butchers Romanhelden, so hatte auch Alex einen brutalen, zwischenzeitlich verstorbenen Lehrmeister, steht auf nicht besonders gutem Fuß mit dem Magierrat und hat einen auffälligen Hang dazu, in Schwierigkeiten zu geraten. Trotzdem überwiegen die eigenständigen Ideen und die Geschichte um Alex Verus hat mich in ihren Bann gezogen.
Alex ist ein Diviner, er kann in die Zukunft sehen, oder eher die möglichen Wahrscheinlichkeiten bestimmter Handlungen voraussehen. Das macht ihn gegenüber anderen Magiern im direkten Vergleich nicht unbedingt zur stärksten Figur, wenn auch zu einer seltenen. Feuerbälle werfen oder ähnliche Spielereien kann er vergessen. Für mich als Leser wird es aber um so interessanter, wenn er sich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, genau geplanter Vorbereitung, Einfallsreichtum oder einfach einen dreisten Bluff den Problemen entgegenstellte.
In diesem ersten Band steht ein mächtiges Artefakt im Mittelpunkt des Interesses. Dieses befindet sich gut gehütet im Besitz des Magierrates. Es ist jedoch verschlossen und Versuche, es ohne den richtigen Schlüssel zu öffnen... enden unerfreulich. Ein Diviner muss also her, um voranzukommen. Wie schon oben erwähnt gibt es gewisse Spannungen zwischen Alex und dem Rat, so dass dieser nicht unbedingt Interesse daran hat, dem Rat zu helfen, und ablehnt. Da aber bekanntlich gut gehütete Geheimnisse immer irgendwie an die Oberfläche drängen, haben auch andere Fraktionen es auf das Artefakt abgesehen. Und diese düsteren Gestalten lassen ein "nein" nicht so einfach gelten. Ehe er sich versieht steht Alex zwischen den verschiedenen Parteien, die ihn notfalls eher umbringen würden als zuzulassen, dass er der Konkurrenz hilft.Auch die Nebenfiguren haben mir gefallen. Da wäre zunächst Luna, die mit einem Fluch belegt ist, der anderen Menschen Unglück bringt, wenn sie ihr zu nahe kommen. Gleichzeitig ist sie jedoch auch Alex einzige Verbündete. Abgesehen vielleicht von Starbreeze, einem liebenswerten aber doch eher einfach gestrickten Luftgeist. Und auch einige der Fieslinge haben jede Menge Potential und treten in den weiteren Bänden hoffentlich noch öfter auf.
Sonntag, 27. Dezember 2015
Gail Carriger - Manners & Mutiny (Band 4)

Finnishing School:
Band 1: Etiquette & Espionage
Band 2: Curtsies & Conspiracies
Band 3: Waistcoats & Weaponry
Band 4: Manners & Mutiny
Das war es. Ein letztes Mal geht es zu Mademoiselle Geraldine's Finnishing School.
Inhaltlich muss ich mir gerade einiges verkneifen, da sich auch der vierte Band wieder nahtlos an den Vorgängerband anschließt. (Über den hatte ich hier berichtet: *Waistcoats & Weaponry*)
In ihrem letzten Schuljahr müssen Sophronia und ihre Mitschüler sich unter den strengen Augen ihrer Lehrer bewähren, aber natürlich immer stilvoll. Diesmal ist die Schule selbst in Gefahr ist. Sophronia findet heraus, dass eine politische Gruppe sich an der Steuerung des Luftschiffs zu schaffen gemacht hat - bloß glaubt ihr niemand. Das hindert eine fast fertig ausgebildete Spionin natürlich nicht daran, auf eigene Faust weitere Nachforschungen anzustellen.

Das Buch lässt sich in zwei Parts aufteilen. Im ersten Teil stehen noch einmal die Figuren im Vordergrund. Während die einzelnen Persönlichkeiten ausgebreitet werden fällt auf, dass die Mädels langsam erwachsen werden. Es hat mir gefallen, wie sie damit beginnen, ihre eigenen Motivationen zu hinterfragen. Außerdem gibt es eine Party bei Lord Akkeldama - und allein das reicht schon für einen riesigen Pluspunkt. Denn diese Figur ist einfach großartig, schillernd und völlig abgedreht doch immer informiert und mitten im Geschehen.
Im zweiten Teil geht es dann jedoch wesentlich actionreicher zu... und bisweilen auch überraschend brutal. Damit hätte ich jetzt so nicht gerechnet. Trotzdem passt es zum Gesamteindruck und die Figuren wirken durchgehend glaubhaft. Aaalso, jedenfalls soweit dies in einem derartigen Roman überhaupt möglich ist, inmitten von durchgeknallten Vampirprofessoren, finsteren Flugpiraten, düsteren Verschwörern und explodierenden mechanischen Hühnern.
Und auch wenn damit diese Reihe leider abgeschlossen ist war es ein gutes Ende.
Die gute Nachricht ist, es gibt eine weitere Reihe!!! Teil 1 der "Custard Protocol"-Reihe ist bereits erschienen und der zweite ist schon vorbestellbar.
Außerdem muss ich noch ein wenig schwärmen, denn ich habe noch von einer lieben Freundin das passende Armband zur Lady-Alexia-Reihe bekommen. *griiiins* ich freue mich wahnsinnig darüber. :))))
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