Originaltitel: I'll be seeing you
Übersetzer: Nina Bader
Das Buch beginnt im Januar 1943. Der Krieg ist im Gange und die Angehörigen zu Hause warten auf Nachricht von ihren Lieben. Bei einem Frauentreffen werden Adressen für Briefkontakte vermittelt, um sich gegenseitig Trost zu spenden und über die Wartezeit hinwegzuhelfen. Etwas widerwillig nimmt Glory an dieser Aktion teil und schnappt sich den übrig gebliebenen Zettel mit der Adresse der "Gartenhexe".
Das Buch war für mich ein Zufallstreffer, gekauft als Trostpflaster im verregneten Sommerurlaub. Viel hatte ich nicht erwartet, ich fand es bloß interessant, mal wieder einen Briefroman zu lesen. Mein letzter war "Deine Juliet" von Mary Ann Shaffer, und somit lag die Messlatte seeeehr hoch. Doch auch wenn sich die beiden Bücher nicht unbedingt vergleichen lassen haben mich Hayes und Nyhan schnell in ihren Bann gezogen.
Die Hauptfiguren Rita und Glory sind vollkommen unterschiedlich. Jedoch entwickelt sich zwischen den Beiden durch ihre Briefe eine tiefe Freundschaft, die fast greifbar spürbar ist. In diesen Briefen nehmen beide kein Blatt vor den Mund und schreiben sehr offen und frei über ihren Alltag, Familie und Freunde. Dabei beschönigen sie nichts und berichten auch über zweifelhafte Entscheidungen und natürlich ihre Sorgen. Doch geraten sie nie ins Jammern oder greifen zu kitschige Beschreibungen. Sie schreiben sich all ihre Änge und ihren Kummer von der Seele und helfen sich gegenseitig, die Perspektive nicht zu verlieren.
Durch diese Erzählweise kommt man als Leser den Figuren sehr nahe. Und so war ich beim Lesen zusammen mit Rita besorgt um Glory, als diese sich mehr und mehr zu einem anderen Mann hingezogen fühlt, habe mit Glory Ritas Gartentipps und Anekdoten über Mrs. K. gelauscht und mich über die Annährerung an ihre Schwiegertochter gefreut. Auch die hin und her gesandten Rezepte waren spannend (allerdings auch gruselig, weil sie so sehr auf den Mangel an allem hinweisen).
Interessant ist auch das am Ende des Buches abgedruckte Interview mit den Autorinnen, die sich - ebenso wie ihre Protagonistinnen - während des Schreibens nie begegnet sind.
Sonntag, 22. November 2015
Mittwoch, 18. November 2015
John Niven - Old School
Originaltitel: Sunshine Cruise Company
Übersetzer: Stephan Glietsch
Oh my. Diese Buch ist speziell. Und ich kann verstehen, wenn es nicht jedermanns Sache ist, denn an manchen Stellen ist es schon ziemlich derb. Also Leser, sei gewarnt, dies ist kein Kuschel-Buch (jedenfalls für meinen Geschmack).
Bitterböse Satire trifft es schon viel besser. Und amüsant ist das Buch auf jeden Fall.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Freundinnen Susan und Julie. Während Susan ein ruhiges bürgerliches Leben als Ehefrau und Mutter geführt hat war Julie eher der extravagante Typ, tingelte viele Jahre durch die Weltgeschichte, eröffnete eine eigene Boutique und hatte wechselnde Affären. Doch Susans sichere Welt bricht auseinander, als ihr Mann bei Spielchen mit einer Domina an einem Herzinfakt stirbt und ihr einen Berg Schulden hinterlässt.
Uns so sind die beiden Freundinnen jetzt mit 60 Jahren trotz aller Unterschiede am gleichen Punkt angelangt, sie sind enttäuscht, allein und pleite... und beschließen eine Bank auszurauben. Und damit beginnt eine skurrile Geschichte um einen Bankraub, der zu einer Art Roadtrip quer durch England und Frankreich wird.
Natürlich ziehen die beiden den Raub nicht alleine durch. Mit dabei sind Nails, ein Ex-Knacki und Ex-Freund von Julie, der über Erfahrung und Ausrüstung verfügt, das 87jährige im Rollstuhl sitzende Ex-Showgirl Ethel und die brave Jill, die schon Schnappatmung bekommt, wenn neben ihr jemand flucht. Also ein echtes Dreamteam.
Mir hat es jedenfalls einen Heidenspaß gemacht, diese Truppe zu begleiten. Natürlich ist alles stark übertrieben, und so soll es ja auch sein. Trotzdem schafft es Niven, seine Figuren glaubhaft darzustellen und ohne große Schnörkel sehr einprägsame Persönlichkeiten zu schaffen. Dazu kommt eine sich rasant entwickelnde Handlung, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Gerade auch weil die Kapitel ziemlich kurz sind ist die Versuchung groß, nur noch ein Weiteres lesen zu wollen. Und noch eins, und noch eins...
Dienstag, 10. November 2015
Ben Aaronovitch - Schwarzer Mond über Soho
Originaltitel: Moon over Soho
Übersetzer: Christine Blum

Teil 1: Die Flüsse von London (Rivers of London)
Teil 2: Schwarzer Mond über Soho (Moon over Soho)
Teil 3: Ein Wispern unter Baker Street (Whispers Under Ground)
Teil 4: Der Böse Ort (Broken Homes)
Teil 5: Fingerthut-Sommer (Foxglove Summer)
Teil 6: The Hanging Tree (noch nicht erschienen)
Und weiter geht es zur zweiten Runde. Die Geschichte um den Polizisten und Magierlehrling Peter Grant setzt wenige Wochen nach den Geschehenissen aus Teil eins ein. Diesmal muss sich Peter gleich um mehrere übernatürliche Verbrechen kümmern. Zum einen scheint es jemand auf Jazz-Musiker abgesehen zu haben. Nach einem erfolgreichen Auftritt versterben diese plötzlich und unerklärlich, weisen jedoch eine magische Signatur auf. Und außerdem gibt es noch eine geheimnisvolle... Frau, die ihre Opfer anknabbert (nein, nicht wie ein Vampir *urgs*, viel ekliger) und verbluten lässt.
Die Handlungsfäden werden in diesem zweiten Band komplett dort wieder aufgenommen, wo es beim letzten mal endete, inklusive der Handycaps der Figuren. So ist beispielsweise Nightingale noch lange nicht vollständig wiederhergestellt, mit dem Ergebnis, dass Peter oft auf sich allein gestellt loszieht. Es gibt zwar auch einige Ausbilder-Lehrling-Szenen, trotzdem ist er eben gleichzeitig ein fertiger Polizist, der eigenverantwortlich Ermittlungen anstellt (soweit es sein Dienstgrad erlaubt). Besonders gefallen hat mir auch wieder, wie schon im Vorgängerband, sein Ansatz die Magie mit wissenschaftlichen Methoden zu erforschen, eigene Theorien aufzustellen und mit mehr oder weniger Erfolg selbst Sprüche weiterzuentwickeln... bzw. daran herumzupfuschen, wie Nightingale es nennen würde.
Man merkt, wie die von Aaronovitch kreierte Welt immer weiter ausgebaut wird. Die Nebenfiguren bekommen mehr Profil und die magische Welt eine Vergangenheit verpasst. Und trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass hier erst an der Oberfläche gekratzt wurde. Schließlich wird zum Ende hin zwar ein Rätsel gelöst, dafür entstehen aber etliche neue Fragen und ein irrer Fiesling betritt die Bühne.
Weiterlesen? Aber so was von.
Übersetzer: Christine Blum
Teil 1: Die Flüsse von London (Rivers of London)
Teil 2: Schwarzer Mond über Soho (Moon over Soho)
Teil 3: Ein Wispern unter Baker Street (Whispers Under Ground)
Teil 4: Der Böse Ort (Broken Homes)
Teil 5: Fingerthut-Sommer (Foxglove Summer)
Teil 6: The Hanging Tree (noch nicht erschienen)
Und weiter geht es zur zweiten Runde. Die Geschichte um den Polizisten und Magierlehrling Peter Grant setzt wenige Wochen nach den Geschehenissen aus Teil eins ein. Diesmal muss sich Peter gleich um mehrere übernatürliche Verbrechen kümmern. Zum einen scheint es jemand auf Jazz-Musiker abgesehen zu haben. Nach einem erfolgreichen Auftritt versterben diese plötzlich und unerklärlich, weisen jedoch eine magische Signatur auf. Und außerdem gibt es noch eine geheimnisvolle... Frau, die ihre Opfer anknabbert (nein, nicht wie ein Vampir *urgs*, viel ekliger) und verbluten lässt.
Die Handlungsfäden werden in diesem zweiten Band komplett dort wieder aufgenommen, wo es beim letzten mal endete, inklusive der Handycaps der Figuren. So ist beispielsweise Nightingale noch lange nicht vollständig wiederhergestellt, mit dem Ergebnis, dass Peter oft auf sich allein gestellt loszieht. Es gibt zwar auch einige Ausbilder-Lehrling-Szenen, trotzdem ist er eben gleichzeitig ein fertiger Polizist, der eigenverantwortlich Ermittlungen anstellt (soweit es sein Dienstgrad erlaubt). Besonders gefallen hat mir auch wieder, wie schon im Vorgängerband, sein Ansatz die Magie mit wissenschaftlichen Methoden zu erforschen, eigene Theorien aufzustellen und mit mehr oder weniger Erfolg selbst Sprüche weiterzuentwickeln... bzw. daran herumzupfuschen, wie Nightingale es nennen würde.
Man merkt, wie die von Aaronovitch kreierte Welt immer weiter ausgebaut wird. Die Nebenfiguren bekommen mehr Profil und die magische Welt eine Vergangenheit verpasst. Und trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass hier erst an der Oberfläche gekratzt wurde. Schließlich wird zum Ende hin zwar ein Rätsel gelöst, dafür entstehen aber etliche neue Fragen und ein irrer Fiesling betritt die Bühne.
Weiterlesen? Aber so was von.
Sonntag, 1. November 2015
Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London
Übersetzer: Karlheinz Dürr
Teil 1: Die Flüsse von London (Rivers of London)
Teil 2: Schwarzer Mond über Soho (Moon over Soho)
Teil 3: Ein Wispern unter Baker Street (Whispers Under Ground)
Teil 4: Der Böse Ort (Broken Homes)
Teil 5: Fingerthut-Sommer (Foxglove Summer)
Teil 6: The Hanging Tree (noch nicht erschienen)
Dieses Buch hat meinen Blick schon seit einer gefühlten Ewigkeit immer wieder auf sich gezogen. Ich habe es jedoch nie in die Hand genommen, weil ich nicht noch eine weitere Serie unbestimmter Länge anfangen wollte. Und eigentlich hatte ich auch etwas völlig anderes erwartet. Keine Ahnung warum, aber ich hatte immer ein viktorianisches Setting vor Augen. Nun ja, Magie und das alte London passen einfach so gut zusammen. Aber nix da, diesmal spielt die Story in der Gegenwart... und ich bin begeistert (so sehr, dass nach dem zweiten Kapitel auch die restlichen Bücher bei mir eingezogen sind).
Ort der Handlung: London, Covent Garden. Mitten in der Nacht wird vor der Oper eine enthauptete Leiche gefunden. Nachdem Mordkommission, Spurensicherung & Co. mit ihrer Arbeit durch sind obliegt es Peter Grand und seiner Kollegin Lesley, den Tatort zu überwachen. So weit, so normal. Wäre da nicht ein gewisser Mr. Wallpenny, der sich Peter gegenüber als Zeuge zu erkennen gibt, als Lesley mal kurz verschwindet. Die Sache hat nämlich einen Haken: Wallpenny ist ein Geist.
Die Geschichte ist herrlich schräg. Erzählt aus der Sicht von Peter Grant gibt es jede Menge Selbstironie und flapsige Sprüche. Peter und Lesley sind Polizisten, die gerade am Ende ihrer Probezeit stehen. Und während auf Lesley eine Stelle bei der Mordkommission wartet scheint es für Peter in Zukunft wohl eher einen ungeliebten Büroposten zu geben. Wäre da nicht noch Thomas Nightingale, der durch die Geschichte mit dem Geist auf Peter aufmerksam wird und ihm eine Alternative bietet. Denn Nightinghale leitet eine (mehr oder weniger geheime) Abteilung der Polizei, die sich mit dem Übernatürlichen beschäftigt. Obwohl "leitet eine Abteilung" vielleicht etwas übertrieben ist. Er ist die Abteilung. Es gibt nämlich nur noch ihn.
Und damit beginnt für Peter eine ganz besondere Ausbildung, in der er unter anderem mit Göttern, Mythen und magischen Phänomenen konfrontiert wird... und nebenbei auch noch hinter einem Serienkiller her ist.
Einen kleinen Minuspunkt gibt es von mir für die Auflösung der Probleme mit den Flussgöttern. Bitte nicht falsch verstehen, ich mochte die Geschichte und die doch sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten von Mutter und Vater Themse sehr. Aber am Ende hätte ich mir doch noch ein klein wenig mehr gewünscht. Aber vielleicht wird das ja in den Folgebänden noch einmal aufgegriffen.
... und jetzt schnappe ich mir Band 2
Donnerstag, 22. Oktober 2015
Nicholas Drayson - Kleine Vogelkunde Ostafrikas
Originaltitel: A Guide to the Birds of East Africa
Übersetzer: Sabine Maier-Längsfeld
Zum Autor:
"Nicholas Drayson wurde 1954 in Engalnd geboren. Er lebt seit vielen Jahren in Australien, wo er als Schriftsteller und Naturforscher arbeitet. Für seinen Essay "Strictly für the Birds" gewann er 2003 den WildCare Tasmania Nature Writing Prize. Das National Museum of Australia berät er in Sachen Schabeltiere"
Quelle: rororo-Verlag
Hätte ich zuerst diese Angaben zum Autor gelesen, hätte ich das Buch wohl allein schon deswegen gekauft. Ein Fachmann für Schnabeltiere? Wie genial ist das denn!
Doch glücklicherweise ist das Buch auch ohne das Wissen um den Schnabeltierexperten in meinen Besitz gewandert. Und es ist wirklich ein zauberhaftes kleines Büchlein.
Mr Malik ist Anfang 60, etwas schüchtern und heimlich verliebt in Rose Mbikwa. Jeden Dienstag Vormittag leitet Rose eine Vogelwanderung und natürlich ist Malik ein regelmäßiger Teilnehmer dieser Veranstaltung. Um ihr endlich näher zu kommen, beschließt er, sie zum alljährlichen Ball des Nairobi Huntclub einzuladen. Doch dann taucht Harry Khan auf, ein charmanter Frauenheld, der schon zu Schulzeiten Maliks Rivale war, und natürlich fällt auch dessen Blick auf Rose. Um es nun der holden Dame zu ersparen, einen der beiden abweisen zu müssen, beschließen die Herren zunächst unter sich auszumachen, wer Rose einladen darf. Eine Woche lang sollen beide losziehen und so viele Vogelarten wie möglich identifizieren. Dabei muss pünktlich jeden Abend vor versammelter Manschaft ein Tagesbericht abgegeben werden, um den Punktestand zu ermitteln.
Ein besonders hübscher Einfall ist, dass jeder Kapitelanfang mit der Tuschezeichnung eines anderen Vogels geschmückt ist.
Berichtet wird die Geschichte von einem namenlosen aber sympatischen Erzähler, der das Geschehen immer wieder kommentiert, sich dabei direkt an den Leser wendet, und auch mal zu eigenen Anekdoten abschweift. Dabei berichtet er über Land und Leute im Allgemeinen genauso wie über die Figuren dieser Geschichte und schafft eine sehr lebendige Atmosphäre.
Die Figuren sind herrlich schrullig. Zum einen wäre da natürlich Malik. Der zurückhaltende, unauffällige, tadellose und grundehrliche Malik, der seit drei Jahren Rose aus der Ferne bewundert. Und der im Laufe der Geschichte doch noch so einige überraschende Facetten zu bieten hat. Doch hätte er sich wohl nicht in eine derartige Wette verwickeln lassen, gäbe es da nicht das Trio Infernale: Patel, Gopez und den Tiger. Die Drei schaffen es, über die absurdesten Ideen zu diskutieren und gehen leidenschaftlich gerne Wetten ein, wobei sie bezüglich der Formalien einen feierlichen Ernst an den Tag legen.
Von mir gibt es jedenfalls eine klare Leseempfehlung.
Montag, 28. September 2015
Patrick O'Brian - Hafen des Unglücks
Originaltitel: The Reverse of the Medal
Übersetzer: Matthias Jendis
2. Feindliche Segel
3. Duell vor Sumatra
4. Geheimauftrag Mauritius
5. Sturm in der Antarktis
6. Kanonen auf hoher See
7. Verfolgung im Nebel
8. Die Insel des Paschas
9. Gefahr im Roten Meer
10. Manöver um Feuerland
11. Hafen des Unglücks
12. Sieg der Freibeuter
13. Tödliches Riff
14. Anker vor Australien
15. Insel der Vulkane
16. Gefährliche See vor Kap Hoorn
17. Der Triumph des Kommodore
18. Der gelbe Admiral
19. Mission im Mittelmeer
20. Der Lohn der Navy
21. Der unvollendete Band 21
Das Buch schließt nahtlos an den Vorgängerband an. Nachdem die Verfolgung der Norfolk beendet ist gibt es jetzt einen Zwischenstop in Bridgetown, bevor es dann zurück nach London geht. Die Ankunft in Bridgetown ist ziemlich genial geschrieben. Während die Surprise mit einem gewagten (böse Stimmen würden sagen angeberischem) Manöver in den Hafen einläuft wird sie von mehreren Stellen beobachtet und verschiedene Figuren geben ihre Meinung zu Schiff, Besatzung und Kapitän ab - mehr oder weniger wohlwollend... besonders der Wortwechsel bzw. die Belehrungen von Captain Gool an seine frisch Angetraute und deren Kommentare sind herrlich.
Doch leider hatte ich danach erst mal einen kleinen Hänger. Es passiert zwar Einiges, so muss Jack äußerst widerwillig an einem Kriegsgericht teilnehmen und Stephen hat Patienten zu versorgen, doch gibt es die ganze Zeit über eine deutliche Distanz zum Geschehen. Als Leser bekomme ich immer nur berichtet, was gerade anderswo passiert ist, bin aber währenddessen nicht dabei. Die Figuren sind glücklicherweise in ihren Eigenheiten gewohnt charmant gezeichnet. Und eigentlich mag ich die Beschreibungen des ganz normalen Altagslebens sehr, aber hier hat sich der rote Faden der Geschichte vielleicht etwas zu lange getarnt. Denn trotz einiger feiner kleiner Szenen war ich froh, als es dann vorwärts ging.
Die anschließende ewiglange Verfolgungsjagd auf dem Heimweg fand ich allerdings wirklich überflüssig. Sorry, aber es ist ja nicht so, dass so etwas in der Serie vorher noch nie beschrieben worden wäre. Das wirkt ein wenig so, als müsste irgendwie noch eine Seefahrerszene in diesen Band hineingequetscht werden, weil wir es hier ja schließlich mit einem maritimen Roman zu tun haben. Und wo kämen wir denn hin wenn nicht... blabla. Zur Geschichte hat sie rein gar nichts beigetragen.
Zurück in London (endlich!) wurde es dann aber wieder spannend. In diesem zweiten Romanteil steht Stephen und seine Geheimdiensttätigkeit im Mittelpunkt. Er muss feststellen, dass sich die Machtverhältnisse verschoben haben und außerdem scheint ein Verräter das System unterwandert zu haben. Und auch Jack braucht nicht lange, um in ernste Schwierigkeiten zu geraten. Denn so kompetent er in nautischen Belangen ist, so... naiv handelt er bezüglich finanzieller Dinge.
Alles in allem hat mir dieser Band leider nur mittelprächtig gut gefallen. Die zweite Hälfte reißt zwar einiges wieder heraus (und die Hausputzszene bekommt einen dicken Extrapunkt), aber es ist nicht unbedingt mein Lieblingsbuch aus dieser Reihe.
Dienstag, 22. September 2015
Buchige Urlaubsmitbringsel
Sommerzeit ist Urlaubszeit ist Lesezeit
Alle Schicksalsgötter haben zusammengearbeitet und daher hatten Mia (= beste Freundin von Welt) und ich ohne dies abgestimmt zu haben gemeinsam Urlaub. Whaaa, das klappt für gewöhnlich trotz penibelster Planung nicht und musste daher unbedingt für einen kleinen Tripp genutzt werden. Also schnell am Samstag Abend die Wetterkarten der Küsten studiert - dicke, fette Sonnen über der Ostseeküste, spätestens ab Dienstag - und via Telefonkonferenz ein Hotel ausgesucht. Nix wie hin.
Der Dienstag dämmerte dann sehr früh und sehr grau. Brrrr, kalter Regen am frühen Morgen vor dem ersten Kaffee ist echt ätzend. Aber nachdem alles Zeugs ins Auto verfrachtet war, der Tank voll, das Navi aufgeladen und genug CD's eingepackt, ging es endlich los Richtung Sonne. So war zumindest der Plan. Jetzt weiß ich, der Regen verfolgt mich. Überallhin. Da war es auch sehr passend, dass bei all der blind ausgewählten Musik direkt Lenny Kravitz jammerte "I love the Rain". Ich nicht. Danke Lenny.
Der Programmpunkt "im Strandkorb herumgammeln und lesen" musste leider ausfallen. Also nicht das Lesen an sich, aber die Strandkörbe waren doch eine recht feuchte Angelegenheit. Zum Spazierengehen gab es jedoch immer wieder Regenpausen. Und der Optik schadet das fallende Wasser auch nicht. Das Meer ist beeindruckend. Seid ihr schon mal bei einem richtigen Platzregen am Strand gewesen und habt das Meer beobachtet? Einfach herrlich. Das entschädigt schon fast wieder für die durchgeweichten Klamotten.
Ein Ausweichprogramm musste her. Geplant war zwar der Leseurlaub, aber die ganze Zeit über im Hotel zu verbringen geht mal gar nicht. Zum Glück geht Bücherkaufen auch bei schlechtem Wetter. Und beim Stöbern finden sich so allerlei kleine Läden. Wir haben so ziemlich jeden Laden in Kiel, Lübeck und Burg abgeklappert. Den Supermarkt im Nachbarort zu unserem Hotel haben wir zwar nie gefunden, aber dafür den dort gerade stattfindenden Bücherflohmarkt.
Ich finde ja, dass ich mich beim Einkaufen vorbildlich zurückgehalten habe *g*.
PS: Wenn ihr euch mal in Burg auf Fehmarn aufhaltet, macht unbedingt einen Zwischenstopp im Café Frau Schmidt. Der Doppelschokokuchen ist eine Offenbahrung.
Alle Schicksalsgötter haben zusammengearbeitet und daher hatten Mia (= beste Freundin von Welt) und ich ohne dies abgestimmt zu haben gemeinsam Urlaub. Whaaa, das klappt für gewöhnlich trotz penibelster Planung nicht und musste daher unbedingt für einen kleinen Tripp genutzt werden. Also schnell am Samstag Abend die Wetterkarten der Küsten studiert - dicke, fette Sonnen über der Ostseeküste, spätestens ab Dienstag - und via Telefonkonferenz ein Hotel ausgesucht. Nix wie hin.
Der Dienstag dämmerte dann sehr früh und sehr grau. Brrrr, kalter Regen am frühen Morgen vor dem ersten Kaffee ist echt ätzend. Aber nachdem alles Zeugs ins Auto verfrachtet war, der Tank voll, das Navi aufgeladen und genug CD's eingepackt, ging es endlich los Richtung Sonne. So war zumindest der Plan. Jetzt weiß ich, der Regen verfolgt mich. Überallhin. Da war es auch sehr passend, dass bei all der blind ausgewählten Musik direkt Lenny Kravitz jammerte "I love the Rain". Ich nicht. Danke Lenny.
Der Programmpunkt "im Strandkorb herumgammeln und lesen" musste leider ausfallen. Also nicht das Lesen an sich, aber die Strandkörbe waren doch eine recht feuchte Angelegenheit. Zum Spazierengehen gab es jedoch immer wieder Regenpausen. Und der Optik schadet das fallende Wasser auch nicht. Das Meer ist beeindruckend. Seid ihr schon mal bei einem richtigen Platzregen am Strand gewesen und habt das Meer beobachtet? Einfach herrlich. Das entschädigt schon fast wieder für die durchgeweichten Klamotten.
Ein Ausweichprogramm musste her. Geplant war zwar der Leseurlaub, aber die ganze Zeit über im Hotel zu verbringen geht mal gar nicht. Zum Glück geht Bücherkaufen auch bei schlechtem Wetter. Und beim Stöbern finden sich so allerlei kleine Läden. Wir haben so ziemlich jeden Laden in Kiel, Lübeck und Burg abgeklappert. Den Supermarkt im Nachbarort zu unserem Hotel haben wir zwar nie gefunden, aber dafür den dort gerade stattfindenden Bücherflohmarkt.
Ich finde ja, dass ich mich beim Einkaufen vorbildlich zurückgehalten habe *g*.
PS: Wenn ihr euch mal in Burg auf Fehmarn aufhaltet, macht unbedingt einen Zwischenstopp im Café Frau Schmidt. Der Doppelschokokuchen ist eine Offenbahrung.
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