Sonntag, 27. Dezember 2015

Gail Carriger - Manners & Mutiny (Band 4)









Finnishing School:
Band 1: Etiquette & Espionage
Band 2: Curtsies & Conspiracies
Band 3: Waistcoats & Weaponry
Band 4: Manners & Mutiny

Das war es. Ein letztes Mal geht es zu Mademoiselle Geraldine's Finnishing School.

Inhaltlich muss ich mir gerade einiges verkneifen, da sich auch der vierte Band wieder nahtlos an den Vorgängerband anschließt. (Über den hatte ich hier berichtet: *Waistcoats & Weaponry*)



In ihrem letzten Schuljahr müssen Sophronia und ihre Mitschüler sich unter den strengen Augen ihrer Lehrer bewähren, aber natürlich immer stilvoll. Diesmal ist die Schule selbst in Gefahr ist. Sophronia findet heraus, dass eine politische Gruppe sich an der Steuerung des Luftschiffs zu schaffen gemacht hat - bloß glaubt ihr niemand. Das hindert eine fast fertig ausgebildete Spionin natürlich nicht daran, auf eigene Faust weitere Nachforschungen anzustellen.


Das Buch lässt sich in zwei Parts aufteilen. Im ersten Teil stehen noch einmal die Figuren im Vordergrund. Während die einzelnen Persönlichkeiten ausgebreitet werden fällt auf, dass die Mädels langsam erwachsen werden. Es hat mir gefallen, wie sie damit beginnen, ihre eigenen Motivationen zu hinterfragen. Außerdem gibt es eine Party bei Lord Akkeldama - und allein das reicht schon für einen riesigen Pluspunkt. Denn diese Figur ist einfach großartig, schillernd und völlig abgedreht doch immer informiert und mitten im Geschehen. 





Im zweiten Teil geht es dann jedoch wesentlich actionreicher zu... und bisweilen auch überraschend brutal. Damit hätte ich jetzt so nicht gerechnet. Trotzdem passt es zum Gesamteindruck und die Figuren wirken durchgehend glaubhaft. Aaalso, jedenfalls soweit dies in einem derartigen Roman überhaupt möglich ist, inmitten von durchgeknallten Vampirprofessoren, finsteren Flugpiraten, düsteren Verschwörern und explodierenden mechanischen Hühnern.

Und auch wenn damit diese Reihe leider abgeschlossen ist war es ein gutes Ende.



Die gute Nachricht ist, es gibt eine weitere Reihe!!! Teil 1 der "Custard Protocol"-Reihe ist bereits erschienen und der zweite ist schon vorbestellbar.

Außerdem muss ich noch ein wenig schwärmen, denn ich habe noch von einer lieben Freundin das passende Armband zur Lady-Alexia-Reihe bekommen. *griiiins* ich freue mich wahnsinnig darüber. :))))

Terry Brooks - Das Schwert der Elfen

Die Shannara-Chroniken - Teil 1
Übersetzer: Tony Westermayr
Originaltitel: The Sword of Shannara (1977)



Die Shannara-Romane sind mir über die Jahre hinweg immer mal wieder aufgefallen, gelesen hatte ich bis jetzt jedoch noch keinen. Da war die Neuauflage und die angekündigte Verfilmung der perfekte Anstoß, um dies zu ändern.... Leider hat mich das Buch gar nicht angesprochen und ich habe nach einem Viertel abgebrochen. Es kann natürlich sein, dass sich die Geschichte noch steigert. Und vielleicht wird die Verfilmung so genial, dass ich nochmal einen Versuch starte, aber dazu müsste sie schon wirklich richtig bombastisch gut werden.

Kurz zusammengefasst geht es um einen Bösewicht aus der Vergangenheit, der wieder zu neuer Macht erwacht. Nur eine besondere Waffe - das Schwert von Shannara - kann ihn besiegen. Und nur ein Nachfahre eben dieses Shannara kann das Schwert führen. Der Bösewicht ist aber nicht blöd und hat seine Schergen ausgesandt, um sämtliche Nachfahren zu ermorden. Nur der Halbelf Shae, der bislang ein ruhiges Leben in einem kleinen Bauerndorf führte, ist noch übrig und soll sich jetzt dem Übel stellen.

Wo fange ich an... Die Story an sich (Bauernjunge stammt in Wirklichkeit von einem König ab, wird zum Helden und kämpft gegen das Böse) ist zwar nicht besonders originell, wenn es gut gemacht ist kann ich da aber drüber weg sehen. Leider kann mich hier aber auch die Ausarbeitung der Story nicht begeistern. Die Anlehnung an den Herrn der Ringe ist schon seeehr deutlich zu spüren. Solche Vergleiche kann ich eigentlich gar nicht leiden, aber die springen mir hier geradezu ins Gesicht und lassen sich einfach nicht mehr vertreiben.

Und noch schlimmer ist, dass ich den Schreibstil nicht mag. Es kommt beim Lesen einfach nicht die richtige Stimmung durch. Die Beschreibungen vom einsamen und unheimlichen Wald finde ich nicht unheimlich. Ein Satz, dass es eben unheimlich still ist, ist da zu wenig. Und dann taucht ein richtig fieses fliegendes Wesen (määhh, ein Nazgul) auf, und nicht mal das wirkt gruselig. Aber vielleicht war ich an dieser Stelle auch einfach schon etwas angenervt wegen dem etwas sprunghaft wirkenden schwarzgewandeten, allwissenden Reisenden, auf den Bauernbursche Nr. 2 auf dem Weg nach Hause trifft.

Außerdem fand ich das Verhalten von Bursche Nr. 2, im Weiteren Flick genannt, seltsam. Er trifft im Wald diesen komischen Kautz, den er für einen gefährlichen Irren hält, begegnet einem düsteren Flügelviech, kommt nach Hause zu seinem Vater (dem Gastwirt des Dorfes) und alles was er sagt ist, dass da ein hungriger Gast ist, der ihn sehen möchte. Nichts weiter. Öhhhhm, ja klar. Und wie klingt eine gefurchte Stimme? Oder soll es die Stirn sein, die sich furcht? Allerdings kann man die wegen der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze eh nicht sehen... Und muss ich noch erwähnen, wie einfallsreich ich es finde, dass die Bösewichter ein Totenschädelabzeichen tragen? Praktisch, das.

Ich mag nicht mehr. Wenn die Geschichte sich tatsächlich noch völlig wandeln sollte mag mich bitte jemand informieren. Ansonsten ist diese Reihe hier für mich erledigt.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Judith und Christian Vogt - Die zerbrochen Puppe



"Lassen Sie sich mitnehmen in eine Zeit, in der Forscher Helden waren und Wissenschaften Mysterien!" S. 3


Jep, bin dabei. Endlich, denn dieses Buch lag viel zu lange ungelesen herum. Ein solcher Anfang prescht ja schon mal ziemlich weit voraus. Aber dafür wird auch eine ziemlich ungewöhnliche Welt präsentiert. Die Geschichte spielt in einem alternativen 19. Jahrhundert, in dem eine Eiszeit über Europa hereingebrochen ist. Luftpiraten bevölkern geheime Stützpunkte im vereisten Norden, wahnsinnige Wissenschaftler basteln sich wandelnde Leichen zurecht und eine schwimmende Stadt treibt auf der Suche nach Rohstoffen auf der Nord- und Ostsee.

Bei einem wissenschaftlichen Kongress in Venedig soll Æmelie einen Vortrag über eine von ihr entwickelte Energiequelle halten. Doch einige ihrer Kollegen sind nicht von der geduldigen Sorte, und als sie den Prototypen nicht herausgeben möchte werden sie und ihr Mann Naðan nachts im Hotel überfallen. Sie kann ihm noch zur Flucht verhelfen, wird selbst jedoch von den Finsterlingen ermordet und ihre Leiche verschleppt.

Der einzige Hinweis auf die Täter führt nach Æsta, der schwimmenden Stadt. Und da die Behörden in Venedig keine Möglichkeit haben, dort Ermittlungen anzustellen, macht  Naðan sich selbst auf den Weg, um Æmelie zu finden.

Mit Naðan ist den Autoren eine ganz wunderbare Figur gelungen. Er ist - gerade für eine Hauptfigur - so schön ungewöhnlich. Das fängt schon damit an, dass er seit dem Überfall etwas irre ist. Er spricht mit einer Puppe, und diese antwortet ihm. Er ist keiner von diesen Alleskönner-Superhelden, eher etwas zaghaft und ängstlich. Statt groß zu handeln wird er eine ganze Weile eher von den Ereignissen herumgeschubst. Naðan gehört zum niederen Adel und ist Künstler - was ihm in der schwimmenden Stadt Æsta mal so gar nicht weiterhilft. Ohne Plan, ohne Geld, nur mit einem Namen in der Tasche landet er daher zunächst in der Gosse. Und von da an wird es erst richtig schwierig.

Zu der Figur Naðan, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben ist, passt auch der etwas gehobene Sprachstil des Romans. Allerdings muss ich zugeben, dass mich die Schreibweise einiger Namen ein klein wenig genervt hat (und jetzt beim Tippen noch ein wenig mehr). Es gibt zwar eine durchaus stimmige Begründung im Vorwort und soll natürlich für eine besondere Atmosphäre sorgen, aber trotzdem ist das nicht so meins. Dagegen hat mir wiederum sehr gut gefallen, dass das Künstler-Thema in den Kapitelüberschriften aufgegriffen wurde. So klingen die einzelnen Überschriften wie die Titel von Gemälden (so habe ich sie mir jedenfalls vorgestellt), unter denen jeweils das entsprechende Medium aufgeführt ist (z.B. "Ein Lebewohl im Nebel" - Bleistiftzeichnung).

Für Steampunk-Fans gilt von mir eine klare Leseempfehlung.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Sarah Morgan - Winterzauber wider Willen


Originaltitel: Sleigh Bells in the Snow
Übersetzung: Judith Heisig



Eigentlich stand am Wochenende nur ein Kinobesuch auf dem Plan. Allerdings ist das Kino an ein Einkaufszentrum angeschlossen. Ein Einkaufszentrum im Weihnachtswahn, voller Glitzerlichter, Weihnachtsbäume und sogar einem herumwandernden Weihnachtsmann. Und dort befindet sich auch ein Buchladen <3. Tja, Widerstand ist zwecklos, ein Weihnachtsbuch musste mit.

Hach, es sieht schon so schön kitschig aus. Auf dem Bild kann man es nicht richtig erkennen, aber sämtliche Schneeflächen sind mit Glitzer bestreut. Aaaaber das Zeug klebt am Buch und nicht an den Fingern.

Und natürlich spielt die Geschichte an Weihnachten. Kayla Green ist eine erfolgreiche PR-Expertin, sie lebt praktisch nur für ihren Job und kann mit menschlichen Bindungen nicht viel anfangen - und sie hasst Weihnachten. Da kommt es ihr gerade recht, als ihr Boss ihr den neuen Kunden zuschustert, für den Sie über die Feiertage eine Werbecampagne entwerfen soll. Tja, wäre da nur nicht die Tatsache, dass dieser neue Kunde der äußerst attraktive Jackson O'Neil ist, dessen Familie ein Wintersportresort betreibt. Und diese Familie zelebriert die Feiertage ohne Rücksicht auf Verluste.


Das Buch ist romantisch, kitschig, lustig und einfach ein richtig schöner Schmöker zum Abschalten und Zimtsterne naschen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Kayla und Jackson hin und her, so dass deren beider Gedanken kein Geheimnis bleiben. Und so ist man als Leser stets dabei, wenn sie sich gegenseitig anschmachten (was so ziemlich genau ab der ersten Begegnung einsetzt) und es mit der liebenden Verwandtschaft aufnehmen.

Eine wahnsinnig komplizierte Handlung gibt es nicht, dafür werden etliche Klischees bedient. Und genau so darf es in einem Weihnachtswohlfühlbuch auch sein.

Montag, 7. Dezember 2015

Pierce Brown - Red Rising (Band 1)



Band 2: Im Haus der Feinde (Golden Son)
Band 3: Tag der Entscheidung (Morning Star)


Der Mars scheint als Schauplatz für Geschichten gerade sehr beliebt zu sein. Gut so, denn ich finde der rote Planet hat großes Geschichten-Potenzial. Leider muss ich allerdings feststellen, dass Dystopien wohl nicht so ganz mein Ding sind. Tja, gute Nachricht für alle Fans: Das Buch hat mir trotzdem recht gut gefallen. Und wenn man dann noch genrell diese Sorte von Geschichten mag lohnt es sich wohl zuzugreifen.

In dieser Dystopie ist die Gesellschaft in ein strenges Kastensystem eingeteilt, welches nach Farben unterscheidet. Die einzelnen Farben sind auf bestimmte Gebiete spezialisiert, und allen wird eingetrichtert, dass halt persönliche Opfer notwendig sind, um den Untergang der Zivilisation aufgrund von Überbevölkerung und Ressourcenknappheit zu verhindern. So sind beispielsweise die "Roten" Pioniere, die den Mars durch den Abbau von Helium-3 bewohnbar machen sollen.

Bloß ist der Mars bereits seit langer Zeit bewohnbar. Genauso wie der Mond und mehrere andere Planeten. Es hat nur niemand für nötig befunden, die dort seit Generationen schuftenden Minenarbeiter darüber zu informieren. Denn warum sollte man sich billiger Arbeitskräfte berauben?

Einer von ihnen ist der 16-jährige Darrow, ein Höllentaucher - also jemand, der im Schutzanzug mit schwerem Gerät an den gefährlichsten Ecken herumturnt. Doch auch wenn es offensichtliche Ungerechtigkeiten in seiner Welt gibt gehört er nicht unbedingt zur rebellischen Sorte und hält sich strikt an die Regeln. Erst nachdem seine Frau wegen aufrührerischem Verhalten hingerichtet wird gerät er in die Hände einer Widerstandsbewegung. Er soll in eine Elite-Schule der "Goldenen" eingeschleust werden, um zu helfen, das System von innen heraus zu zerstören.

Jahaaa, da haben wir also einen Helden wider Willen, der das Gefüge seiner Welt ins Wanken bringen soll. Doch zunächst muss der Gute etwas umgemodelt werden. Dieser Teil war mir ein wenig zu lang geraten und auch zu viel. Na ja, viel bleibt jedenfalls vom Original-Darrow nicht übrig.

Die "Schule", wenn man sie denn so nennen will, ist einfach nur widerlich und brutal, aber das ist in diesem Fall ja auch Zweck der Übung. Man könnte es auch mit "Gemetzel in der marsianischen Pampa" beschreiben. Leider kommt das Mars-Feeling nicht so ganz rüber, das Ganze könnte genausogut in der Sibirischen Tundra stattfinden. Spannend geschrieben ist es trotzdem. Und ein paar überraschende Wendungen gibt es auch.

Wer also spannende Dystopien mag und nicht zu zart besaitet ist (die Figuren sind nämlich allesamt so richtig kleine Sonnenscheinchen) sollte bei dieser Reihe auf seine Kosten kommen.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Ann Eriksson - Mehr als ein Sommer

Originaltitel: In the Hands of Anubis
Übersetzer: Diana Beate Hellmann




Ausnahmsweise beginne ich mal mit einem Klappentext:

"Das hat Trevor gerade noch gefehlt: Ausgerechnet er, der Reisen und fremde Menschen hasst, stolpert auf einem Geschäftstrip in die Arme einer schrulligen alten Dame - und damit geradewegs in ein Abenteuer, das sein geordnetes Leben völlig auf den Kopf stellt. Denn die kauzige Lady reist nicht allein: Im Gepäck hat sie die Asche ihrer drei verstorbenen Ehemännner. Und den Plan, die perfekte Ruhestätte für sie zu finden - um jeden Preis.
Zurück in Kanada ist Trevor froh um seinen gewohnten Alltag. Doch die Zeit mit der alten Dame lässt ihn nicht los - und sie hat ihn verändert: Plötzlich begreift er, was es wirklich heißt zu lieben..."

Was soll ich sagen? Ich fand diesen Klappentext toll. Richtig gut. Ich hatte mich so sehr auf eine leicht skurrile Geschichte gefreut, in der zwei interessante Figuren durch die Gegend reisen und sich währenddessen kennenlernen. Leider macht diese Reisegeschichte jedoch nur einen Teil des Romans aus und nach gut 100 Seiten trennen sich die Wege der beiden wieder... und die Reise selbst hat mich auch nicht von den Socken gehauen.

Um seinen Anschlussflug nach Nairobi zu bekommen hastet Trevor über den Frankfurter Flughafen und stolpert über Constances Tasche. Sie hilft ihm auf stellt fest, dass sie das gleiche Reiseziel haben. Kurzerhand begleitet sie ihn zum Schalter und ehe sich der verdatterte Trevor darüber klar wird, was gerade vor sich geht, plaudert sie schon mit der Flughafenangestellten und sorgt dafür, dass sie  und Trevor nebeneinander liegende Sitzplätze erhalten. Und weil sie so eine nette alte Lady ist wird sie auch direkt mal kostenlos in die erste Klasse umgebucht.

Gut, das ist jetzt nicht so wahnsinnig realistisch, aber bis dahin waren wenigsten die Figuren interessant. Denn Constance ist wirklich charmant und es macht Spaß zuzusehen, wie sie den reservierten und völlig überrumpelten Trevor aus der Reserve lockt.


Beim Zwischenstop in Kairo gibt es allerdings schon wieder ein Logikloch im Plot. Ähm, eine komplette Passagierfuhre wird einfach mal so von den Behörden für eine Woche einkassiert, weil tourismusmäßig gerade eine Flaute herrscht? Klar doch. Da wurde dann doch arg wüst konstruiert, um die Figuren gemeinsam an den gewünschten Schauplatz zu bringen. Ich bin hier wirklich hin und her gerissen. Einerseits mag ich die Szenen zwischen Trevor und Constance sehr. Aber die Rahmenhandlung geht gar nicht und es fällt mir schwer darüber hinweg zu sehen. 

Im zweiten Teil des Romans trennen sich dann die Wege der Beiden und die Handlung konzentriert sich auf Trevor. Beeindruckt von Constance und ihrer offenen Art beginnt er sein Leben zu überdenken. Mein Problem dabei: Trevor langweilt. Mich jedenfalls. Die Figur ist einfach viel zu vorhersehbar angelegt. Der zurückhaltende Geschäftsmensch mit der miesen Kindheit, der sich dann doch der Liebe öffnet und gleich noch eine Familie dazu bekommt... Sowas kann funktionieren, wenn es richtig gut umgesetzt ist. Aber dafür fehlte mir hier dann doch etwas. Sorry, aber über das Prädikat "ganz nett" kommt der Roman bei mir nicht hinaus.


Sonntag, 29. November 2015

Dan Simmons - Der Berg

Originaltitel: The Abominabel
Übersetzer: Friedrich Mader



Bei der Mount Everest Expedition 1924 machten sich George Mallory und Andrew Irvine vom Lager VI aus auf den Weg, den Gipfel zu bezwingen. Sie kehrten nicht zurück. Ob sie den Gipfel erreichten ist bis heute nicht bekannt.

Und hier setzt Simmons ein. Wie schon bei seinem Roman "Terror" (hier erzählte er die Geschichte der Schiffe Terror und Erebus, die 1845 auf der Suche nach der Nord-West-Passage im Eismeer verschwanden -> Leseempfehlung!) hat er sich erneut ein reales Ereignis ausgesucht, um das herum er seine Geschichte webt. Diesmal schickt er drei fiktive Bergsteiger los, die ein Jahr nach dem Verschwinden von Mallory und Irvine sowie dem ebenfalls bei der damaligen Mission verschwundenen fiktiven Lord Perci Bromley, herausfinden sollen, was auf dem Berg geschehen ist.

 Zunächst einmal, ich habe keine Ahnung vom Bergsteigen. Eine Wanderung vom Wank herunter ist auch schon alles, was ich in dieser Richtung vorweisen kann. Trotzdem schafft es Simmons, durch seine detaillreichen Beschreibungen eine Faszination für das Klettern zu wecken. Er erzählt so glaubhaft, dass man fast meint, den eisigen Wind spüren zu könnnen, während sich seine Figuren durch Schnee und Eis kämpfen, Gletscherspalten überwinden und Felsen erklimmen. Und gleichzeitig bleibt der Gedanke, dass man schon so ein klitzeklein wenig irre sein muss, um sich soetwas freiwillig anzutun.


Um seine Hauptfigur, den Bergsteiger Jake Perry, vorzustellen, lässt er diesen in einer Einleitung als älteren Mann auftreten, den Simmons zu Recherchezwecken für ein Buch, welches in der Antarktis spielen soll, interviewt. Dieser Part ist sehr selbstironisch und amüsant geschrieben  und enthält auch ein paar Anspielungen auf "Terror". (*griiins* ein mutierter Riesenpinguin?)

Im Weiteren wird dann Jake Perry zum Ich-Erzähler. Und dessen Geschichte beginnt auf dem Gipfel des Matterhorns. Zusammen mit den erfahrenen Bergsteigern Richard Deacon und Jean-Claude Clairoux ist er in den Alpen unterwegs, als sie durch einen Zeitungsartikel die Nachricht vom Tod Mallorys, Irvines und Lord Percivals erhalten. Deacon, der Verbindungen zur Familie des verunglückten Perci hat, sieht die Möglichkeit, von dieser eine Everest-Expedition finanzieren zu lassen. Natürlich sind J.C. und Jake sofort Feuer und Flamme.  

Die Geschichte entwickelt sich - vor allem zu Beginn - sehr langsam. Allerdings hat mich das beim Lesen nicht weiter gestört. Es werden ausführliche Vorbereitungen getroffen und auch technische Schwierigkeiten bis ins letzte Detail beleuchtet. Daneben gibt es noch sehr viel Landschaft und Gegend und Geklettere. Und trotzdem oder vielleicht gerade wegen diesen vielen Einzelheiten hatte das Buch eine richtige Sogwirkung.

Bloß die Action-Spionage-Story im letzten Drittel hätte meinetwegen nicht mehr sein müssen. Auch wenn sie spannend geschrieben war fand ich die Auflösung einfach zu überdreht. Da hätten mir ein paar offen bleibende Geheimnisse besser gefallen.

Trotzdem ein richtig guter Winterschmöker.


Dienstag, 24. November 2015

Weihnachtsmusik


Sonntag ist der erste Advent, draußen schneit es... die Weihnachtszeit hat begonnen *freu*.

Ich weiß ja nicht, wie es bei Euch so aussieht, aber ich liebe Weihnachtsmusik. Ob modern oder altmodisch, besinnlich oder übermütig, klassisch oder rockig - alles ist erlaubt. Alles ist erwünscht.

Der erste Advent ist der Startschuss an dem bei mir MP3-Player (jahaaa ich bin so altmodisch und habe noch so ein Teil statt eines Smartphones), CD-Spieler und Autoradio bestückt werden, denn die nächsten vier Wochen müssen ausgiebig genutzt werden. Hahaaa, jetzt kann Weihnachten kommen.

Und weil die Zeit jedes ja so knapp bemessen ist gibt es bei mir traditionell bloß eine neue Weihnachts-CD pro Jahr. Es sei denn natürlich, gewisse Lieblingskünstlicher überraschen mit einem neuen Album, da greift dann die Ausnahmeregel. Kommt aber leider eher selten vor ;-) . Meine CD des Jahres 2015 ist "A Very She & Him Christmas". In den Song "Baby, It's Cold Outside" habe ich mich schon beim ersten Anspielen verliebt :)))) Zooey Deschanel kannte ich bislang nur als Schauspielerin (z.B. als Trillian in "Per Anhalter durch die Galaxis"), doch auch ihre Singstimme kann sich wirklich hören lassen. Die CD ist insgesamt sehr ruhig gehalten, der Gesang steht im Vordergund und wird eher sparsam musikalisch untermalt, wodurch eine sehr sanfte Stimmung erzeugt wird.


Wie sieht es bei euch aus? Mögt ihr Weihnachtsmusik? Was sind eure Lieblingsalben? Was könnt ihr empfehlen?





In meine Hitliste gehören auf jeden Fall Smith & Burrows mit "Funny Looking Angels", Sting mit "If on a winter's night" und der Sampler "A very special acoustic Christmas".












 
 Und dann wäre da noch "Bound for Bethlehem" von Bruce Guthro. Ähm ja, die wäre so was von unter die Ausnahmeregel gefallen, hätte man sie damals nicht bei einem Konzert vorbestellten können. Das ist so eine Folk-Rock-Mischung von traditionellen und eigenen Liedern. Soooo schön.  ... und daher ganz dreist hier ein kleiner Werbelink *g*




Sonntag, 22. November 2015

Suzanne Hayes und Loretta Nyhan - Ich schreib dir jeden Tag

Originaltitel: I'll be seeing you
Übersetzer: Nina Bader



Das Buch beginnt im Januar 1943. Der Krieg ist im Gange und die Angehörigen zu Hause warten auf Nachricht von ihren Lieben. Bei einem Frauentreffen werden Adressen für Briefkontakte vermittelt, um sich gegenseitig Trost zu spenden und über die Wartezeit hinwegzuhelfen. Etwas widerwillig nimmt Glory an dieser Aktion teil und schnappt sich den übrig gebliebenen Zettel mit der Adresse der "Gartenhexe".

Das Buch war für mich ein Zufallstreffer, gekauft als Trostpflaster im verregneten Sommerurlaub. Viel hatte ich nicht erwartet, ich fand es bloß interessant, mal wieder einen Briefroman zu lesen. Mein letzter war "Deine Juliet" von Mary Ann Shaffer, und somit lag die Messlatte seeeehr hoch. Doch auch wenn sich die beiden Bücher nicht unbedingt vergleichen lassen haben mich Hayes und Nyhan schnell in ihren Bann gezogen.

Die Hauptfiguren Rita und Glory sind vollkommen unterschiedlich. Jedoch entwickelt sich zwischen den Beiden durch ihre Briefe eine tiefe Freundschaft, die fast greifbar spürbar ist. In diesen Briefen nehmen beide kein Blatt vor den Mund und schreiben sehr offen und frei über ihren Alltag, Familie und Freunde. Dabei beschönigen sie nichts und berichten auch über zweifelhafte Entscheidungen und natürlich ihre Sorgen. Doch geraten sie nie ins Jammern oder greifen zu kitschige Beschreibungen. Sie schreiben sich all ihre Änge und ihren Kummer von der Seele und helfen sich gegenseitig, die Perspektive nicht zu verlieren.

Durch diese Erzählweise kommt man als Leser den Figuren sehr nahe. Und so war ich beim Lesen zusammen mit Rita besorgt um Glory, als diese sich mehr und mehr zu einem anderen Mann hingezogen fühlt, habe mit Glory Ritas Gartentipps und Anekdoten über Mrs. K. gelauscht und mich über die Annährerung an ihre Schwiegertochter gefreut. Auch die hin und her gesandten Rezepte waren spannend (allerdings auch gruselig, weil sie so sehr auf den Mangel an allem hinweisen).

Interessant ist auch das am Ende des Buches abgedruckte Interview mit den Autorinnen, die sich - ebenso wie ihre Protagonistinnen - während des Schreibens nie begegnet sind.

Mittwoch, 18. November 2015

John Niven - Old School


Originaltitel: Sunshine Cruise Company
Übersetzer: Stephan Glietsch



Oh my. Diese Buch ist speziell. Und ich kann verstehen, wenn es nicht jedermanns Sache ist, denn an manchen Stellen ist es schon ziemlich derb. Also Leser, sei gewarnt, dies ist kein Kuschel-Buch (jedenfalls für meinen Geschmack).

Bitterböse Satire trifft es schon viel besser. Und amüsant ist das Buch auf jeden Fall.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Freundinnen Susan und Julie. Während Susan ein ruhiges bürgerliches Leben als Ehefrau und Mutter geführt hat war Julie eher der extravagante Typ, tingelte viele Jahre durch die Weltgeschichte, eröffnete eine eigene Boutique und hatte wechselnde Affären. Doch Susans sichere Welt bricht auseinander, als ihr Mann bei Spielchen mit einer Domina an einem Herzinfakt stirbt und ihr einen Berg Schulden hinterlässt.

Uns so sind die beiden Freundinnen jetzt mit 60 Jahren trotz aller Unterschiede am gleichen Punkt angelangt, sie sind enttäuscht, allein und pleite... und beschließen eine Bank auszurauben. Und damit beginnt eine skurrile Geschichte um einen Bankraub, der zu einer Art Roadtrip quer durch England und Frankreich wird.

Natürlich ziehen die beiden den Raub nicht alleine durch. Mit dabei sind Nails, ein Ex-Knacki und Ex-Freund von Julie, der über Erfahrung und Ausrüstung verfügt, das 87jährige im Rollstuhl sitzende Ex-Showgirl Ethel und die brave Jill, die schon Schnappatmung bekommt, wenn neben ihr jemand flucht. Also ein echtes Dreamteam.

Mir hat es jedenfalls einen Heidenspaß gemacht, diese Truppe zu begleiten. Natürlich ist alles stark übertrieben, und so soll es ja auch sein. Trotzdem schafft es Niven, seine Figuren glaubhaft darzustellen und ohne große Schnörkel sehr einprägsame Persönlichkeiten zu schaffen. Dazu kommt eine sich rasant entwickelnde Handlung, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Gerade auch weil die Kapitel ziemlich kurz sind ist die Versuchung groß, nur noch ein Weiteres lesen zu wollen. Und noch eins, und noch eins...


Dienstag, 10. November 2015

Ben Aaronovitch - Schwarzer Mond über Soho

Originaltitel: Moon over Soho
Übersetzer: Christine Blum


Teil 1: Die Flüsse von London (Rivers of London)
Teil 2: Schwarzer Mond über Soho (Moon over Soho)
Teil 3: Ein Wispern unter Baker Street (Whispers Under Ground)
Teil 4: Der Böse Ort (Broken Homes)
Teil 5: Fingerthut-Sommer (Foxglove Summer)
Teil 6: The Hanging Tree (noch nicht erschienen)










Und weiter geht es zur zweiten Runde. Die Geschichte um den Polizisten und Magierlehrling Peter Grant setzt wenige Wochen nach den Geschehenissen aus Teil eins ein. Diesmal muss sich Peter gleich um mehrere übernatürliche Verbrechen kümmern. Zum einen scheint es jemand auf Jazz-Musiker abgesehen zu haben. Nach einem erfolgreichen Auftritt versterben diese plötzlich und unerklärlich, weisen jedoch eine magische Signatur auf. Und außerdem gibt es noch eine geheimnisvolle... Frau, die ihre Opfer anknabbert (nein, nicht wie ein Vampir *urgs*, viel ekliger) und verbluten lässt.

Die Handlungsfäden werden in diesem zweiten Band komplett dort wieder aufgenommen, wo es beim letzten mal endete, inklusive der Handycaps der Figuren. So ist beispielsweise Nightingale noch lange nicht vollständig wiederhergestellt, mit dem Ergebnis, dass Peter oft auf sich allein gestellt loszieht. Es gibt zwar auch einige Ausbilder-Lehrling-Szenen, trotzdem ist er eben gleichzeitig ein fertiger Polizist, der eigenverantwortlich Ermittlungen anstellt (soweit es sein Dienstgrad erlaubt). Besonders gefallen hat mir auch wieder, wie schon im Vorgängerband, sein Ansatz die Magie mit wissenschaftlichen Methoden zu erforschen, eigene Theorien aufzustellen und mit mehr oder weniger Erfolg selbst Sprüche weiterzuentwickeln... bzw. daran herumzupfuschen, wie Nightingale es nennen würde.

Man merkt, wie die von Aaronovitch kreierte Welt immer weiter ausgebaut wird. Die Nebenfiguren bekommen mehr Profil und die magische Welt eine Vergangenheit verpasst. Und trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass hier erst an der Oberfläche gekratzt wurde. Schließlich wird zum Ende hin zwar ein Rätsel gelöst, dafür entstehen aber etliche neue Fragen und ein irrer Fiesling betritt die Bühne.

Weiterlesen? Aber so was von.

Sonntag, 1. November 2015

Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London


Originaltitel: Rivers of London
Übersetzer: Karlheinz Dürr





Teil 1: Die Flüsse von London (Rivers of London)
Teil 2: Schwarzer Mond über Soho (Moon over Soho)
Teil 3: Ein Wispern unter Baker Street (Whispers Under Ground)
Teil 4: Der Böse Ort (Broken Homes)
Teil 5: Fingerthut-Sommer (Foxglove Summer)
Teil 6: The Hanging Tree (noch nicht erschienen)




Dieses Buch hat meinen Blick schon seit einer gefühlten Ewigkeit immer wieder auf sich gezogen. Ich habe es jedoch nie in die Hand genommen, weil ich nicht noch eine weitere Serie unbestimmter Länge anfangen wollte. Und eigentlich hatte ich auch etwas völlig anderes erwartet. Keine Ahnung warum, aber ich hatte immer ein viktorianisches Setting vor Augen. Nun ja, Magie und das alte London passen einfach so gut zusammen. Aber nix da, diesmal spielt die Story in der Gegenwart... und ich bin begeistert (so sehr, dass nach dem zweiten Kapitel auch die restlichen Bücher bei mir eingezogen sind).

Ort der Handlung: London, Covent Garden. Mitten in der Nacht wird vor der Oper eine enthauptete Leiche gefunden. Nachdem Mordkommission, Spurensicherung & Co. mit ihrer Arbeit durch sind obliegt es Peter Grand und seiner Kollegin Lesley, den Tatort zu überwachen. So weit, so normal. Wäre da nicht ein gewisser Mr. Wallpenny, der sich Peter gegenüber als Zeuge zu erkennen gibt, als Lesley mal kurz verschwindet. Die Sache hat nämlich einen Haken: Wallpenny ist ein Geist.

Die Geschichte ist herrlich schräg. Erzählt aus der Sicht von Peter Grant gibt es jede Menge Selbstironie und flapsige Sprüche. Peter und Lesley sind Polizisten, die gerade am Ende ihrer Probezeit stehen. Und während auf Lesley eine Stelle bei der Mordkommission wartet scheint es für Peter in Zukunft wohl eher einen ungeliebten Büroposten zu geben. Wäre da nicht noch Thomas Nightingale, der durch die Geschichte mit dem Geist auf Peter aufmerksam wird und ihm eine Alternative bietet. Denn Nightinghale leitet eine (mehr oder weniger geheime) Abteilung der Polizei, die sich mit dem Übernatürlichen beschäftigt. Obwohl "leitet eine Abteilung" vielleicht etwas übertrieben ist. Er ist die Abteilung. Es gibt nämlich nur noch ihn.

Und damit beginnt für Peter eine ganz besondere Ausbildung, in der er unter anderem mit Göttern, Mythen und magischen Phänomenen konfrontiert wird... und nebenbei auch noch hinter einem Serienkiller her ist.  

Einen kleinen Minuspunkt gibt es von mir für die Auflösung der Probleme mit den Flussgöttern. Bitte nicht falsch verstehen, ich mochte die Geschichte und die doch sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten von Mutter und Vater Themse sehr. Aber am Ende hätte ich mir doch noch ein klein wenig mehr gewünscht. Aber vielleicht wird das ja in den Folgebänden noch einmal aufgegriffen.



... und jetzt schnappe ich mir Band 2

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Nicholas Drayson - Kleine Vogelkunde Ostafrikas





Originaltitel: A Guide to the Birds of East Africa
Übersetzer: Sabine Maier-Längsfeld

Zum Autor:
"Nicholas Drayson wurde 1954 in Engalnd geboren. Er lebt seit vielen Jahren in Australien, wo er als Schriftsteller und Naturforscher arbeitet. Für seinen Essay "Strictly für the Birds" gewann  er 2003 den WildCare Tasmania Nature Writing Prize. Das National Museum of Australia berät er in Sachen Schabeltiere"
Quelle: rororo-Verlag

Hätte ich zuerst diese Angaben zum Autor gelesen, hätte ich das Buch wohl allein schon deswegen gekauft. Ein Fachmann für Schnabeltiere? Wie genial ist das denn!

Doch glücklicherweise ist das Buch auch ohne das Wissen um den Schnabeltierexperten in meinen Besitz gewandert. Und es ist wirklich ein zauberhaftes kleines Büchlein.

Mr Malik ist Anfang 60, etwas schüchtern und heimlich verliebt in Rose Mbikwa. Jeden Dienstag Vormittag leitet Rose eine Vogelwanderung und natürlich ist Malik ein regelmäßiger Teilnehmer dieser Veranstaltung. Um ihr endlich näher zu kommen, beschließt er, sie zum alljährlichen Ball des Nairobi Huntclub einzuladen. Doch dann taucht Harry Khan auf, ein charmanter Frauenheld, der schon zu Schulzeiten Maliks Rivale war, und natürlich fällt auch dessen Blick auf Rose. Um es nun der holden Dame zu ersparen, einen der beiden abweisen zu müssen, beschließen die Herren zunächst unter sich auszumachen, wer Rose einladen darf. Eine Woche lang sollen beide losziehen und so viele Vogelarten wie möglich identifizieren. Dabei muss pünktlich jeden Abend vor versammelter Manschaft ein Tagesbericht abgegeben werden, um den Punktestand zu ermitteln.

Ein besonders hübscher Einfall ist, dass jeder Kapitelanfang mit der Tuschezeichnung eines anderen Vogels geschmückt ist.

Berichtet wird die Geschichte von einem namenlosen aber sympatischen Erzähler, der das Geschehen immer wieder kommentiert, sich dabei direkt an den Leser wendet, und auch mal zu eigenen Anekdoten abschweift. Dabei berichtet er über Land und Leute im Allgemeinen genauso wie über die Figuren dieser Geschichte und schafft eine sehr lebendige Atmosphäre.

Die Figuren sind herrlich schrullig. Zum einen wäre da natürlich Malik. Der zurückhaltende, unauffällige, tadellose und grundehrliche Malik, der seit drei Jahren Rose aus der Ferne bewundert. Und der im Laufe der Geschichte doch noch so einige überraschende Facetten zu bieten hat. Doch hätte er sich wohl nicht in eine derartige Wette verwickeln lassen, gäbe es da nicht das Trio Infernale: Patel, Gopez und den Tiger. Die Drei schaffen es, über die absurdesten Ideen zu diskutieren und gehen leidenschaftlich gerne Wetten ein, wobei sie bezüglich der Formalien einen feierlichen Ernst an den Tag legen.

Von mir gibt es jedenfalls eine klare Leseempfehlung.

Montag, 28. September 2015

Patrick O'Brian - Hafen des Unglücks


Originaltitel: The Reverse of the Medal
Übersetzer: Matthias Jendis



1. Kurs auf Spaniens Küste
2. Feindliche Segel
3. Duell vor Sumatra
4. Geheimauftrag Mauritius
5. Sturm in der Antarktis
6. Kanonen auf hoher See
7. Verfolgung im Nebel
8. Die Insel des Paschas
9. Gefahr im Roten Meer
10. Manöver um Feuerland
11. Hafen des Unglücks
12. Sieg der Freibeuter
13. Tödliches Riff
14. Anker vor Australien
15. Insel der Vulkane
16. Gefährliche See vor Kap Hoorn
17. Der Triumph des Kommodore
18. Der gelbe Admiral
19. Mission im Mittelmeer
20. Der Lohn der Navy
21. Der unvollendete Band 21


Das Buch schließt nahtlos an den Vorgängerband an. Nachdem die Verfolgung der Norfolk beendet ist gibt es jetzt einen Zwischenstop in Bridgetown, bevor es dann zurück nach London geht. Die Ankunft in Bridgetown ist ziemlich genial geschrieben. Während die Surprise mit einem gewagten (böse Stimmen würden sagen angeberischem) Manöver in den Hafen einläuft wird sie von mehreren Stellen beobachtet und verschiedene Figuren geben ihre Meinung zu Schiff, Besatzung und Kapitän ab - mehr oder weniger wohlwollend... besonders der Wortwechsel bzw. die Belehrungen von Captain Gool an seine frisch Angetraute und deren Kommentare sind herrlich.

Doch leider hatte ich danach erst mal einen kleinen Hänger. Es passiert zwar Einiges, so muss Jack äußerst widerwillig an einem Kriegsgericht teilnehmen und Stephen hat Patienten zu versorgen, doch gibt es die ganze Zeit über eine deutliche Distanz zum Geschehen. Als Leser bekomme ich immer nur berichtet, was gerade anderswo  passiert ist, bin aber währenddessen nicht dabei. Die Figuren sind glücklicherweise in ihren Eigenheiten gewohnt charmant gezeichnet. Und eigentlich mag ich die Beschreibungen des ganz normalen Altagslebens sehr, aber hier hat sich der rote Faden der Geschichte vielleicht etwas zu lange getarnt. Denn trotz einiger feiner kleiner Szenen war ich froh, als es dann vorwärts ging.

Die anschließende ewiglange Verfolgungsjagd auf dem Heimweg fand ich allerdings wirklich überflüssig. Sorry, aber es ist ja nicht so, dass so etwas in der Serie vorher noch nie beschrieben worden wäre. Das wirkt ein wenig so, als müsste irgendwie  noch eine Seefahrerszene in diesen Band hineingequetscht werden, weil wir es hier ja schließlich mit einem maritimen Roman zu tun haben. Und wo kämen wir denn hin wenn nicht... blabla. Zur Geschichte hat sie rein gar nichts beigetragen.

Zurück in London (endlich!) wurde es dann aber wieder spannend. In diesem zweiten Romanteil steht Stephen und seine Geheimdiensttätigkeit im Mittelpunkt. Er muss feststellen, dass sich die Machtverhältnisse verschoben haben und außerdem scheint ein Verräter das System unterwandert zu haben. Und auch Jack braucht nicht lange, um in ernste Schwierigkeiten zu geraten. Denn so kompetent er in nautischen Belangen ist, so... naiv handelt er bezüglich finanzieller Dinge.

Alles in allem hat mir dieser Band leider nur mittelprächtig gut gefallen. Die zweite Hälfte reißt zwar einiges wieder heraus (und die Hausputzszene bekommt einen dicken Extrapunkt), aber es ist nicht unbedingt mein Lieblingsbuch aus dieser Reihe.

Dienstag, 22. September 2015

Buchige Urlaubsmitbringsel

Sommerzeit ist Urlaubszeit ist Lesezeit


Alle Schicksalsgötter haben zusammengearbeitet und daher hatten Mia (= beste Freundin von Welt) und ich ohne dies abgestimmt zu haben gemeinsam Urlaub. Whaaa, das klappt für gewöhnlich trotz penibelster Planung nicht und musste daher unbedingt für einen kleinen Tripp genutzt werden. Also schnell am Samstag Abend die Wetterkarten der Küsten studiert - dicke, fette Sonnen über der Ostseeküste, spätestens ab Dienstag - und via Telefonkonferenz ein Hotel ausgesucht. Nix wie hin.

Der Dienstag dämmerte dann sehr früh und sehr grau. Brrrr, kalter Regen am frühen Morgen vor dem ersten Kaffee ist echt ätzend. Aber nachdem alles Zeugs ins Auto verfrachtet war, der Tank voll, das Navi aufgeladen und genug CD's eingepackt, ging es endlich los Richtung Sonne. So war zumindest der Plan. Jetzt weiß ich, der Regen verfolgt mich. Überallhin. Da war es auch sehr passend, dass bei all der blind ausgewählten Musik direkt Lenny Kravitz jammerte "I love the Rain". Ich nicht. Danke Lenny.

Der Programmpunkt "im Strandkorb herumgammeln und lesen" musste leider ausfallen. Also nicht das Lesen an sich, aber die Strandkörbe waren doch eine recht feuchte Angelegenheit. Zum Spazierengehen gab es jedoch immer wieder Regenpausen. Und der Optik schadet das fallende Wasser auch nicht. Das Meer ist beeindruckend. Seid ihr schon mal bei einem richtigen Platzregen am Strand gewesen und habt das Meer beobachtet? Einfach herrlich. Das entschädigt schon fast wieder für die durchgeweichten Klamotten.



Ein Ausweichprogramm musste her. Geplant war zwar der Leseurlaub, aber die ganze Zeit über im Hotel zu verbringen geht mal gar nicht.  Zum Glück geht Bücherkaufen auch bei schlechtem Wetter. Und beim Stöbern finden sich so allerlei kleine Läden. Wir haben so ziemlich jeden Laden in Kiel, Lübeck und Burg abgeklappert. Den Supermarkt im Nachbarort zu unserem Hotel haben wir zwar nie gefunden, aber dafür den dort gerade stattfindenden Bücherflohmarkt.



Ich finde ja, dass ich mich beim Einkaufen vorbildlich zurückgehalten habe *g*.


PS: Wenn ihr euch mal in Burg auf Fehmarn aufhaltet, macht unbedingt einen Zwischenstopp im Café Frau Schmidt. Der Doppelschokokuchen ist eine Offenbahrung.

Dienstag, 18. August 2015

Charlie N. Holmberg - Der Papiermagier


Teil 1: Der Papiermagier (OT: The Paper Magician)
Teil 2: The Glass Magician
Teil 3: The Master Magician



Um den ersten Teil dieser Serie bin ich schon ziemlich lange herumscharwänzelt, einfach weil ich das Cover wunderschön finde. Dazu kommt, dass ich ja so einen kleinen Faible für im viktorianischen London angesiedelte Romane habe. Ganz besonders in Kombination mit Fantasyelementen. Und damit trifft diese Reihe genau in mein Beuteschema, denn die Story spielt in London, so um 1900 herum, und die Hauptfiguren sind Magier. Einige werden jetzt sicher die Nase rümpfen, weil das doch eine bereits sehr ausgelutschte Ausgangssituation ist. Aaaaber Holmberg bringt tatsächlich frischen Wind ins Spiel. Denn in der von ihr kreierten Welt gibt es ein sehr spezielles Magiesystem.  Die Fähigkeiten der Figuren sind jeweils an ein bestimmtes, von Menschen hergestelltes Material gebunden. Magische Origamikünstler gefällig? Oder lieber ein Meister der Spiegel? Auch das erst kürzlich erfundene Plastik hat seine Verwender - wobei diese noch recht tief im Forschungsstadium stecken.

Ceony Twill hatte schon immer den Wunsch, sich dem Medium Metall zu widmen. Doch als sie den schulischen Teil ihrer Ausbildung beendet hat kommt alles anders. Papiermagier sind derzeit rar und in der magischen Gesellschaft besteht die Befürchtung, diese Kunst könne in Vergessenheit geraten. So werden einige Absolventen, unter ihnen Ceony, mehr oder weniger gegen ihren Willen in diese Richtung gedrängt und Ceony beginnt eine Lehre bei dem Papiermagier Emery Thane. Auch wenn ihre Begeisterung anfangs nicht gerade Wellen schlägt muss sie sich schon bald ihre Faszination für das von ihr so ungeliebte Medium Papier eingestehen... und auch für den etwas schrulligen Thane.

Natürlich braucht eine solche Geschichte auch einen Fiesling, der die heile Welt der Figuren durcheinander wirbelt. Thanes Ex-Frau erfüllt diese Rolle mit Bravour. Und so muss Ceony im wörtlichen Sinne um Thanes Herz kämpfen.

Eigentlich hat mir die erste Hälfte des Romanes, auch wenn diese recht ruhig war, besser gefallen als der Action-Teil. Ich liebe einfach diese vielen kleinen, verspielten Ideen, wie zum Beispiel die Papierschneeflocken, die den Gefrierschrank bestücken oder die Papierblumen im Garten. Und natürlich Fennel, den Papierhund. In der zweiten Buchhälfte werden halt sehr viele Erinnerungsszenen aneinander gereiht. Die meisten davon sind zwar sicherlich wichtig, ein paar davon hätte ich aber lieber direkter in die Geschichte integriert gesehen. Aber zu viel will ich jetzt gar nicht jammern, denn insgesamt hat es mir ja gefallen.

Ich fand das Buch so gut, dass ich die anderen beiden Bände direkt hinterher geschoben habe. Und es hat sich gelohnt. Nach einem Teil-Schluss im ersten Band wird die Geschichte direkt fortgesetzt. Weitere Finsterlinge tauchen auf und wollen Ceony an den Kragen. Doch auch wenn sich diese vielleicht ein wenig arg schnell magisches Wissen aneignet ist sie nicht zu perfekt. Es bleibt immer noch genug Spielraum und in einigen Situationen müssen halt die Profis ran.

Ach ja, mit den drei Bänden ist die Reihe abgeschlossen.


Montag, 10. August 2015

Ben Winters - Der letzte Polizist

Lohnt es sich, ein Verbrechen aufzuklären, wenn morgen die Welt untergeht?



Quelle: www.buchhandel.de


Band 1: Der letzte Polizist (OT: The Last Policeman)
Band 2: Countdown City
Band 3: World of Trouble

Übersetzer: Peter Robert

"Der letzte Polizist" ist zwar der erste Teil einer Trilogie, lässt sich aber auch ganz fabelhaft als Einzelbuch lesen.

In der Toilette einer MacDonalds-Filiale wird die Leiche eines Versicherungsangestellten gefunden, offenbar ein weiterer Selbstmord. Doch im Gegensatz zu seinen Kollegen ist Detective Henry Palace davon nicht überzeugt und beginnt, Ermittlungen anzustellen.

Problem: In sechs Monaten wird ein Asteroid die Erde zerstören. Die Gesellschaft geht rapide den Bach herunter und Selbstmorde kommen mittlerweile so oft vor, dass sich keine Socke um einen weiteren kümmert. Bis auf Palace. Nachdem er aufgrund von akutem Personalmangel frühzeitig zum Detective befördert wurde stürzt er sich nun mit ganzer Kraft auf diesen Fall.

Zugegeben, der Kriminalfall an sich ist eher mäßig spannend. Hier ist ziemlich schnell klar, wer alles Dreck am Stecken hat. Doch das Setting ist derart ungewöhnlich, dass dieses Manko zu einem guten Teil wieder ausgeglichen wird. Es wird ein Endzeitszenario präsentiert, dass aufgrund seiner realistischen Darstellung umso düsterer wirkt. Denn hier eilt kein Held herbei, der den Steinbrocken aufhält. Jeder muss für sich mit dem drohenden Ende klarkommen und sich fragen, wie es bis zum Tag X weitergehen soll. Alles hinschmeißen, und noch einmal einem Traum nachjagen? Die Tatsachen einfach verdrängen? Aufgeben? Trotzdem weitermachen?

Sicherlich hätte an eingen Stellen noch mehr aus den Figuren herausgeholt werden können, da wird zu oft nur an der Oberfläche gekratzt. Ein lesenswerter Schmöker ist das Buch trotzdem.

Montag, 20. Juli 2015

Lynn Flewelling - Shards of Time



Das war's. Der letzte Teil der Schattengilde-Bücher. Direkt am Erscheinungstag (2014) wurde es bestellt und lag seitdem unangerührt auf meinem Bücherstapel. Nicht, weil ich nicht wissen wollte, wie es mit Seregil & Co. weitergeht, sondern weil die Geschichte hier zu Ende ist. Und nur wenige Autoren schaffen es, dass ich so sehr an ihren Figuren hänge.

(Hier sollte eigentlich ein Otter-Bild hin, aber meine Zeichenversuche sind erbärmlich gescheitert - blödes Viech)

1. Das Licht in den Schatten
2. Der Gott der Dunkelheit
3. Unter dem Verrätermond
4. Shadows Return
5. The White Road
6. Casket of Souls
7. Shards of Time

Geistergeschichte gefällig? Dann seid ihr hier richtig. In diesem siebten Band geht es nach Kouros, einer Insel, auf der vor Jahrhunderten mal ein Orakel ansässig war. Jetzt steht dort bloß noch eine Ruine. Doch bei den Wiederaufbauarbeiten kommt es zu seltsamen Vorfällen. Menschen verschwinden. Und schließlich wird der Regent der Insel zusammen mit seiner Frau in einem verschlossenen, bewachten Raum ermordet. Der einzige Augenzeuge, eine zur Hilfe eilende Wache, verliert den Verstand und faselt bloß noch unverständliches Zeugs.

Klia bekommt den Auftrag, den ermordeten Regenten zu ersetzen und die Vorfälle aufzuklären, unterstützt von Thero und ihren drei Undercover-Spionen.

Dieses Buch hat wieder mal alles, was mein Fantasy-Herz höher schlagen lässt. Die Story ist gut durchdacht und spannend erzählt, mit genau der richtigen Mischung aus Dramatik, Action und Humor. Außerdem werden einige Fäden aus den Vorgängerbänden wieder aufgenommen und mit in die Handlung eingebracht. Die Bezüge zum ersten Teil runden die Gesamtgeschichte wunderbar ab.

Ganz besonders lebt diese Reihe jedoch von ihren Figuren. Allen voran wären da natürlich Seregil und Alec, die in der Öffentlichkeit als charmante aber harmlose Dandys durchgehen, während sie im Geheimen als Spione tätig sind. Sie gehören aber zum Glück nicht zu der untadeligen, seriösen und damit strunzlangweiligen Sorte, oder zu diesen 007-Alleskönnern. Man könnte eher sagen, dass sie in manchen Dingen ihren eigenen Moralvorstellungen folgen - aber irgendwer muss schließlich gewisse Jobs erledigen. --> die Katze von Rhiminee *g*.

Und auch Thero bekommt in diesem Buch jede Menge Entfaltungsspielraum. So muss der sonst so zurückhaltende Mann jetzt lernen, mit seinem Magier-Azubi umzugehen. Und der Kleine ist einfach zu niedlich.


Und damit ist diese Reihe beendet. Aber wer weiß? Das hat Flewelling damals nach dem dritten Teil auch schon mal gesagt. ;-)

Luck in the Shadows, my friends.

Sonntag, 5. Juli 2015

Susan King - Der Fluch des Highlanders






Am letzten Wochenende (26. - 28. Juni 2015) fanden in Hermannsburg die Hei(de)land Games statt. Für alle, die sich darunter nichts vorstellen können geht er hier zur Homepage: www.heideland-games.de

Mia und ich sind kurzentschlossen rübergefahren. Und natürlich erfordert eine solche Veranstaltung entsprechenden Lesestoff. Schließlich kann man anschließend im Hotel nicht irgendwas lesen, wenn man gedanklich noch ganz weit weg in Schottland ist. Und so habe ich mich für die Mystery-Lovestory "Der Fluch des Highlanders" entschieden.

Originaltitel: Waking the Princess
Übersetzung: Maria Fuks
wurde 2006 bereits unter dem Titel "Portrait der Liebe" veröffentlicht

Über der Familie MacBride liegt ein Fluch. Wann immer ein Clanoberhaupt aus Liebe heiratet, wird diese Frau frühzeitig sterben. Zugrunde liegt diesem Fluch die Legende der Dornenprinzessin, eine Geschichte aus dem sechsten Jahrhundert, über eine schöne Prinzessin, einen Druidenprinzen und ihre verbotene Liebesbeziehung.

1858 steht für Aedan MacBride daher fest, dass er nicht aus Liebe heiraten wird. Allerdings steht eine mögliche Heirat derzeit bei Aedan auch nicht gerade an oberster Stelle seiner To-do-Liste. Will er nämlich seinen Heimatsitz Dundrennan nicht verlieren, muss er laut dem Testament seines kürzlich verstorbenen Vaters allerlei Auflagen erfüllen. Und die bislang durchgeführten Renovierungsmaßnahmen haben bereits einen Großteil des Vermögnes verschlungen. Als jetzt auch noch bei Sprengungen zum Bau einer Straße alte Mauerreste zum Vorschein kommen, die möglicherweise von historischer Bedeutung sind, ist er alles andere als begeistert.

Die Altertumsforscherin Christina Blackburn ist ebenfalls wenig begeistert von der Aufgabe, die Mauerreste in Dundrennan zu untersuchen, wenn auch aus einem anderen Grund. Als 17-jährige hat sie sich von ihrem zwischenzeitlich verstorbenen Mann überreden lassen, ihm Modell für eine recht freizügige Interpretation der Dornenprinzessin zu stehen. Gegen ihren Willen wurde das Gemälde verkauft... an den derzeitigen Eigentümer von Dundrennan.

Das Buch hat mich überraschend gut unterhalten und gehört im Bereich der Regency-Love-Stories deutlich zu den besseren Exemplaren. Besonders die Auflösung bekommt einen kreativen Sonderpunkt. Natürlich gibt es einige Kitsch-Momente, aber die gehören bei dieser Art von Geschichte schließlich dazu. Ansonsten waren die Figuren jedoch durchaus interessant gezeichnet, auch die Nebenfiguren.


Nebenwirkung der Hei(de)land Games: Die Jungs von Skerryvore haben sich in meinem Autoradio breit gemacht.

Dienstag, 30. Juni 2015

Gail Carriger - Waistcoats & Weaponry



Finishing School:
1. Etiquette & Espionage
2. Curtsies & Conspiracies
3. Waistcoats & Weaponry
4. Manners & Mutiny (Erscheinungsdatum: 03.11.2015)


Die Finishing School-Reihe spielt in der selben (Steampunk-) Welt, in der bereits die Lady Alexia-Reihe angesiedelt ist, welche zu meinen Lieblingsserien gehört. Bitte nicht von den Covern der deutschsprachigen Ausgabe abschrecken lassen, und erst recht nicht von den Titelübersetzungen.  Die sind zwar beide schauderhaft, für die Geschichten um Alexia Tarabotti gibt es von mir aber eine klare Lesempfehlung.

Und ich merke schon, dass ich mich gerade völlig verzettle. Also zurück zur Finishing School und damit zu Sophronia Temminnick. Hierbei handelt es sich um eine Jugendbuchreihe, die in Carrigers Steampunk-Universum angesiedelt ist, zeitlich gesehen jedoch ein paar Jahre vor ihrer ersten Buchreihe spielt. Es gibt zwar ein paar Figuren, die in beiden Reihen auftauchen, man kann diese aber auch völlig unabhängig voneinander lesen.

Mademoiselle Geraldine's Finishing School ist alles andere als gewöhnlich. Untergebracht in einem riesigen Zeppelin wird den Mädels hier nicht bloß ein perfektes gesellschaftliches Auftreten beigebracht. Im Geheimen findet eine Ausbildung zu Geheimagentinnen statt. Und dies ist so geheim, dass nicht einmal die Schulleiterin davon weiß. Diese im Unklaren zu lassen gehört sozusagen zu den ersten Lektionen, die die Mädchen vermittelt bekommen. Das Ganze ist einfach herrlich schräg.

Der dritte Band ist bislang mein Liebling aus dieser Reihe. Sophronia und Dimitri sind zum Verlobungsball von Sophronias Bruder eingeladen und damit für ein paar Tage vom Unterricht beurlaubt. Doch kurz vor der Abreise verschwindet Sidheag, die Dritte im Bunde, nachdem sie eine Nachricht von zu Hause erhalten hat; schockierender Weise in Begleitung ihres Werwolflehrers. Erst Tage später treffen sie sich auf dem Ball wieder und bekommen eine Story von Verrat und einem versuchten Attentat zu hören. Selbstverständlich sind sie sofort bereit, Sidheag zur Seit zu stehen und machen sich auf nach Schottland, in einem chaotischen Trip mit Werwölfen, Vampiren, mechanischen Konstrukten, Flugpiraten und machtgierigen Adligen. Sehr verrückt und sehr gut.

Montag, 29. Juni 2015

Patrick O'Brian - Manöver um Feuerland


Originaltitel: Far Side of the World
Übersetzung: Andrea Kern


1. Kurs auf Spaniens Küste
2. Feindliche Segel
3. Duell vor Sumatra
4. Geheimauftrag Mauritius
5. Sturm in der Antarktis
6. Kanonen auf hoher See
7. Verfolgung im Nebel
8. Die Insel des Paschas
9. Gefahr im Roten Meer
10. Manöver um Feuerland
11. Hafen des Unglücks
12. Sieg der Freibeuter
13. Tödliches Riff
14. Anker vor Australien
15. Insel der Vulkane
16. Gefährliche See vor Kap Hoorn
17. Der Triumph des Kommodore
18. Der gelbe Admiral
19. Mission im Mittelmeer
20. Der Lohn der Navy
21. Der unvollendete Band 21


Diesmal hat es mich in die Ecke der historischen Romane verschlagen. Die Hebammen- und Wanderhuren-Fraktion ist zwar nicht so meins, dafür mag ich diese Reihe um so mehr. Im Mittelpunkt stehen Kapitän Jack Aubrey und sein bester Freund Stephen Maturin, der ihn offiziell als Schiffsarzt begleitet, aber auch für den Geheimdienst tätig ist... wenn er  nicht gerade in seine naturwissenschaftlichen Betrachtungen vertieft ist.

Im vorliegenden zehnten Band bekommt Jack den Auftrag, mit der "Surprise" die amerikanische Fregatte "Norfolk" abzufangen, die es ihrerseits auf die britischen Walfänger abgesehen hat. Von Gibralta aus beginnt somit eine mehrmonatige Reise quer durch den Atlantik und rund um Südamerika herum, bei immer wieder miesen Wetterbedingungen.

Für Quereinsteiger könnte der Anfang des Romans etwas zäh sein, da hier mehrfach auf Ereignisse der Vorgängerbände eingangen wird, die aber nicht ausführlich aufgedröselt werden. Ebenso werden die politischen Entwicklungen nur angerissen, soweit sie den aktuellen Auftrag betreffen. Das meiste ist aber trotzdem verständlich. Ich hatte das Buch bereits vor einigen Jahren einmal gelesen, kurz nachdem die Verfilmung "Master and Commander" herauskam, aber mit dem Hintergrundwissen der Vorgängerbände macht es deutlich mehr Spaß.

Da in diesem Band Walfänger eine Rolle spielen wird natürlich der Walfang als solcher zum Thema.  1812 wurde nun einmal kommerzieller Walfang betrieben. O'Brian vermeidet jegliche Form von Moralpredigten, was aber nicht bedeutet, dass es völlig unreflektiert bleibt. Vielmehr lässt er eine Figur auftreten, die recht ausführlich einen Bericht aus erster Hand liefert, und lässt dies nebst ein paar diskreten Reaktionen für sich sprechen.

Vor dem Seemanns-Slang braucht auch niemand zurückschrecken. Es wird gehisst, gebrasst, gefiert und belegt was das Zeug hält, aber auch wenn ich oft keine Ahnung hatte, an welchem Tau da gerade gezuppelt wurde, lief trotzdem das Kopfkino. Und bei entscheidenden Dingen gab es ja immer noch Stephen, der von alledem ebenfalls nichts versteht und es dann erklärt bekommt.

Über allem schwebt eine leicht melancholische Stimmung, da dies die letzte Fahrt der "Surprise" sein soll, bevor diese ausgemustert wird. Was zur Folge hat, dass die Crew auseinandergerissen wird. Und ob es für Jack in nächster Zeit ein neues Kommando geben wird, bleibt ebenfalls fraglich. Aufgrund der weiteren 10 3/4 Bände gehe ich mal stark davon aus, dass sich da etwas ergeben wird, aber für die Romanfiguren sieht die Zukunft erstmal düster aus.

Die weiteren Bände sind schon geordert. Und jetzt werde ich - inspririert von dem ständigen Geige- und Cellogedudel der beiden Hauptfiguren -  noch etwas Boccherini auflegen und den restlichen Abend genießen. :-)

Donnerstag, 18. Juni 2015

[TAG] Ich wurde getagged: Liebster Blog Award





Loralee von Lora liest hat mich getagged. Vielen lieben Dank :)

Dann will ich mich auch gleich daran machen, deine Fragen zu beantworten.


1. Wieviele Bücher nimmst du mit in den Sommerurlaub?

Dank Kindle gibt es da keine zahlenmäßige Begrenzung, ich schleppe einen ganzen Buchladen mit mir herum. Außerdem kann ich auch im Urlaub nur schwer an Buchläden vorbeigehen und bin daher auch schon in Vor-Reader-Zeiten meistens mit mehr Büchern zurückgenkommen, als ich losgefahren bin. Ganz besonders schlimm wird es, wenn ich mit einer gewissen Freundin unterwegs bin. Dann muss im Zweifelsfall nachgerechnet werden, wie viele Kilos noch in den Koffer dürfen, bevor das Limit erreicht ist.

2. Hast du schon mal bei einer Blogtour mitgemacht?
Nein. Ich gehöre zu den letzten Hinterwäldlern, und habe bis vor kurzem nicht gewusst, was das überhaupt ist ;-) Aber zumindest reingeschaut habe ich inzwischen das ein oder andere mal.

3. Postest du nach Bauchgefühl oder nach Plan?
Der geheime Masterplan... existiert nicht. Dafür bin ich zu unorganisiert. Wenn ich ein Buch gelesen habe wird darüber geschrieben, mehr Planung bringe ich nicht zustande.

4.Welchen Klassiker hast du zuletzt freiwillig gelesen?
Charles Dickens - A Christmas Carol
Allerdings stehen Wilkie Collins und Thomas Hardy schon in den Startlöchern.

5. Bist du schon mal mit Buch in der Hand eingeschlafen?
Öhm, das kann passieren *lach*. Glücklicherweise ist mir dabei noch keines ins Gesicht geklatscht.

6. Wonach entscheidest du welches Buch du als nächstes liest?
Nach Lust, Laune und Wetterlage.

7. Warst du schon mal bei einer Lesung?
Leider nicht, aber das möchte ich unbedingt demnächst mal nachholen. Sobald jemand Interessantes in der Nähe liest werde ich da hin stiefeln.

8. Auf welche Neuerscheinung freust du dich am meisten?

Jetzt gerade würde ich wahnsinnig gerne "A Gathering of Shadows" von V. E. Schwab lesen. Aber auch "Old School" von Jon Niven und "Windjäger" von Jim Butcher stehen auf meiner  Warteliste. Und nicht zu vergessen der 13. Teil der Rachel-Morgan-Reihe "Blutfluch" von Kim Harrison.


Ich möchte diesen Tag an folgende Blogs weiterreichen:

Julia von Julias Sammelsurium
Mona von Letters to another World
Alltagsheldin von Papierwelten

Und hier kommen meine Fragen:
1. In welche Ecke zieht es dich als erstes, wenn du einen Buchladen betrittst?
2. Liest du im Sommer andere Bücher als im Winter?
3. Gibt es Autoren, von denen du unbesehen jedes neu erscheinende Buch kaufst?
4. Du sitzt in der Bahn und dir gegenüber befindet sich ein lesender Mensch, der sich prächtig amüsiert. Fragst du ihn, was er da gerade liest?
5. Magst du es, auf deine Lektüre angesprochen zu werden, oder ist dir die Störung eher unangenehm?
6. Magst du lieber Einzelbücher, oder bist du Serientäter?
7. Welche Eiscreme-Geschmacksrichtungen würdest du folgenden Lesebereichen zuordnen: Liebesroman, Science Fiction, Krimi, Fantasy, Feuilleton, Historisches (ja, mir gehen die Fragen aus. Aber hey, es ist Sommer :-))
8. Gibt es Bücher, bei denen es dir peinlich ist, dass du sie magst?
9. Wenn du ein Mitspracherecht hättest, über welches Thema sollte dein Lieblingsautor als nächstes schreiben?


So gibst du den Award weiter:
Verlinke die Person, die dich nominiert hat auf deinem Blog.
Beantworte meine 9 Fragen.
Wähle Blogs aus, die du nominieren möchtest.
Teile den jeweiligen Bloggern mit, dass du sie nominiert hast.
Formuliere Fragen, die du den Nominierten stellst.

Viel Spaß damit!

Mittwoch, 17. Juni 2015

V. E. Schwab - A darker Shade of Magic



Ich bin entzückt.  Das Buch habe ich als ebook gelesen und bin gerade ernsthaft am überlegen, mir zusätzlich noch die Printausgabe anzuschaffen. Einfach nur, um sie zu besitzen. Hach, ist das bescheuert? Mir egal. Aber mir sind in letzer Zeit einfach viel zu wenig richtig gute Fantasyschmöker über den Weg gelaufen und jetzt muss ich ein wenig in meiner Begeisterung schwelgen.

Eine Übersetzung ins Deutsche gibt es bislang leider noch nicht. Zumindest habe ich keine gefunden. Wenn jemand mehr weiß, dann bitte her mit den Infos :-)

Und darum geht es:
Die Geschichte spielt in London. Oder vielmehr in allen drei Londons. Obwohl, eigentlich sind es vier. Oder waren es einmal, denn eines wurde versiegelt und gilt als verloren. Eine der Hauptfiguren ist Kell, einer der letzten Antari. Es ist ihm möglich, mittels Magie die drei verschiedenen Welten zu betreten.

"Grey for the magic-less city.
Red, for the healthy empire.
White, for the starving world."
Seite 15

Früher gab es einen regen Austausch und Magie war überall verbreitet, ein Teil des Lebens. Doch in einer der Welten geriet das Gleichgewicht außer Kontrolle. Die Magie verzehrte das Leben. Um sich sebst zu schützen wurden die Übergänge versiegelt. Nur zwischen den Herrschern besteht weiterhin eine Verbindung, ansonsten sind die drei übrigen Welten voneinander abgeschnitten.

Kell lebt im roten London und gehört praktisch zur Herscherfamilie, wenn er auch nicht mit diesen verwandt ist. Doch bei aller Liebe zu seinem prinzlichen Beinahebruder ist er doch auch ein junger Mann, der hin und wieder rebellische Anwandlungen hat. Und so schmuggelt er kleinere Gegenstände zwischen den Welten hin und her - was natürlich absolut verboten ist. Und sein letzter Auftrag wird ihm zum Verhängnis, denn das Päckchen mit der harmlosen Botschaft enthält ein düsteres Artefakt. Und die Lieferung wird von unangenehmen Zeitgenossen erwartet.

Im grauen London schlägt sich Lila Barth als Diebin durchs Leben, während sie davon träumt, irgendwann einmal ein Schiff zu besitzen und Piratin zu werden. Als sie dem angeschlagenen Kell in einer dunklen Gasse begegnet hält sie ihn für betrunken und erleichtert ihn um seinen Tascheninhalt - inklusive des Artefakts.

Die beiden Figuren sind für sich genommen schon spannend, zusammen aber einfach klasse. Denn natürlich lässt sich Lila nicht einfach so abschütteln und zwingt Kell dazu, sie mitzunehmen.

Und wie kann man einem Buch, in dem dunkle Magie, charmante Prinzen, fiese Könige und auch noch Piraten vorkommen (oder solche, die es werden wollen) schon wiederstehen. Genau. Also, unbedingt lesen.

Die Geschichte ist mit diesem Buch abgeschlossen... aber es kommt trotzdem noch ein weiterer Teil heraus. Ich freue mich. "A gathering of Shadows" erscheint im Februar 2015.

Dienstag, 16. Juni 2015

John Ajvide Lindqvist - So ruhet in Frieden



Originaltitel: Hanteringen av odöda
Übersetzer: Paul Berf


Bislang hatte ich von Lindqvist nur das ein Jahr früher erschienene "So finster die Nacht" gelesen, welches im letzten Jahr neu aufgelegt wurde. Übrigens ein großartiges, wenn auch sehr finsteres Buch. Doch "So ruhet in Frieden" braucht sich dahinter nicht zu verstecken. Und so, wie Lindqvist auch schon das Vampir-Thema auf seine ganz eigene Art angegangen ist, hat er sich diesmal den Zombis zugewandt.

Klappentext:
"Stockholm, 13. August 2002: Nach einer extremen Hitzewelle legt sich ein elektrisches Feld über die Stadt. Lampen können nicht mehr gelöscht, Geräte nicht mehr ausgeschaltet werden. Die Menschen leiden unter mörderischen Kopfschmerzen, ein Chaos droht. Doch plötzlich ist alles wieder vorbei. Oder doch nicht? Irgendetwas ist anders als vorher. Als der pensionierte Journalist Gustav Mahler einen Anruf aus dem nahegelegenen Krankenhaus bekommt, will er nicht glauben, was man ihm berichtet: Die Toten seien erwacht..."

Und damit beginnen die Probleme. Denn anders als in vielen aktuellen Zombifilmchen, rennen diese hier nicht auf der Suche nach Gehirnen durch die Straßen und steuern auf den Weltuntergang zu. Viel schlimmer, die Toten der letzten zwei Monate wachen wieder auf und... sind einfach da. Und was soll man nun mit ihnen anfangen? Die Regierung beschließt daher, die so schön "Wiederlebende" genannten festzusetzen und zu untersuchen. Und schon gibt es weitere Probleme, denn nicht alle wollen ihre Familienangehörigen herausgeben. Und was ist mit denen, die bereits beerdigt wurden? ... spätestens hier wird es etwas unappetitlich.

Doch im Mittelpunkt des Romans steht nicht ein globales Katastrophenszenario, sondern Einzelschicksale. So gibt es drei Haupterzählstränge mit Figuren, die auf sehr unterschiedliche Weise mit der Situation umgehen. Zum einen ist da David, dessen Ehefrau Eva nach einem Autounfall im Krankenhaus stirbt und kurz drauf wieder erwacht. Natürlich wird sie d a s Untersuchungsobjekt für die Ärzte. Oder auch der bereits im Klappentext erwähnte Gustav Mahler, dessen Enkel vor wenigen Wochen verstorben ist und der sich jetzt  aufmacht, um ihn zurückzuholen.

Zwischendurch werden immer wieder Nachrichtenüberblicke, Vernehmungsprotokolle oder Pressemitteilungen in die Geschichte eingebettet. Die Story ist schon sehr morbide. Über allem liegt eine gruselige Spannung. Aber es besteht auch ganz sicher Suchtpotential. Einmal angefangen mag man das Buch gar nicht mehr weglegen.



Nur den Zusatz "Thriller"  auf dem Cover finde ich nicht ganz so glücklich gewählt. Klar, es gibt ein paar Thriller-Elemente im Sinne von einer ständigen Spannungskurve. Aber schon beim Helden und seinem Gegenspieler hört es auf. Hier gibt es weder den einen noch den anderen - zumindest nicht auf den gesamten Roman bezogen.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Ashley Ream - 30 Tage und ein ganzes Leben


Quelle: www.buchhandel.de

Originaltitel: Losing Clementine
Übersetzt von Alexandra Batsch


Im Buchladen pappte vor einem Stapel dieses Romans ein handgeschriebener Zettel, auf dem stand (sinngemäß): "Bitte lesen Sie dieses Buch. Es ist großartig". Natürlich musste ich mir ein Exemplar schnappen und zumindest mal einen Blick hinein riskieren. Blöde Neugier, dabei hatte ich an dem Tag gar nicht vorgehabt, etwas zu kaufen. Gleich die ersten Seiten wirkten aber derart schräg, dass es dann doch in die Einkaufstasche hüpfte.

30 Tage hat sich Clementine gegeben, um ihr Leben zu ordnen. Dann will sie sich umbringen. Sie will aber kein Chaos hinterlassen, so dass noch einiges zu regeln ist. Und außerdem will sie diese letzten Tage genießen und nur dass tun, was sie will.

Clementine hat ernsthafte psychische Probleme, doch die Medikamente, die sie nehmen muss, um diese in den Griff zu bekommen, stumpfen sie ab und lähmen ihr Denken. Doch ohne die Medis geht es auch nicht. Sie hat bereits eine Person, die ihr nahe steht verletzt. Nicht schwer, bloß eine Schramme, aber sie befürchtet, immer mehr die Kontrolle über ihre Handlungen zu verlieren. Also beschließt sie, bevor sie eine Gefahr für Andere wird, ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Klingt nach einer ziemlich düsteren Geschichte, und das ist es auch. Jedoch ist es auch die Geschichte einer lebenslustigen und witzigen Frau. Und ja, dass passt in diesem Fall zusammen. Der Roman ist aus Clementines Sicht geschrieben und diese Figur ist ziemlich speziell. Man muss sie nicht unbedingt immer mögen, sie ist teilweise fuchtbar starrsinnig und egoistisch. Und da es ihr egal ist, was andere von ihr halten, nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Allerdings geht sie mit sich selbst genauso schonungslos ehrlich um. Dabei ist der Erzählton locker-leicht gehalten.

Ich mag dieses Buch wirklich, nur der Kalender am Ende geht mal gar nicht. "Aufleben statt Aufgeben". Es mag daran liegen, dass ich eine tiefe Abneigung für Selbsthilfebücher á la "lächle und sei glücklich" hege. Sorry. Es sind sogar Linien zum Heraustrennen aufgedruckt - ich bin sehr versucht, dies zu tun, befürchte aber, dass sich dann der Buchrücken unschön verformt.

Mein Fazit: Lesenswertes Buch mit einem Anhang, den ich lieber ignoriere.

Sonntag, 7. Juni 2015

Alison Mercer - Und dann, eines Tages

Quelle: www.buchhandel.de


Originaltitel: After I left you
Übersetzer: Ute Brammertz


In ihrer Mittagspause wird Anna vom Regen überrascht und rettet sich tropfnass in eine Buchhandlung... und steht plötzlich Victor gegenüber, ihrer großen Liebe aus Collegezeiten. Doch jetzt, siebzehn Jahre später, ist sie alles andere als begeistert, ihn wiederzusehen. Er begleitet sie zwar noch zu ihrem Büro, aber damit ist dieser Vorfall für Anna abgehakt. Sie hatte schließlich allen Grund, damals den Kontakt zu Viktor und der College-Clique abzubrechen. Doch als er ihr per Anrufbeantworter die E-Mail-Adresse einer damaligen gemeinsamen Freundin - Meg - zukommen lässt, siegt die Neugier und Anna beginnt, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen und meldet sich bei Meg.

Es ist ein ziemlich ruhiger Roman. In zwei Zeitebenen begleitet man abwechselnd zunächst Anna aus dem Jahr 2011 und dann ihre jüngere Version, die sich gerade am College eingeschrieben hat. Dabei hüpft die Erzählung jedoch nicht ständig hin und her, sondern es gibt jeweils immer recht lange Erzählpassagen.

Über allem schwebt das große Geheimnis der Abschluss-Ballnacht am College. Beim ersten Wiedersehen von Anna und Meg erfährt man zwar direkt, dass damals wohl so einiges schief gelaufen ist, was aber wirklich passiert ist spricht zunächst niemand aus. Was ja auch logisch ist, schließen waren ja beide dabei und müssen der anderen gegenüber nicht ins Detail gehen. Trotzdem waren diese Seiten für mich als Leser ein klein wenig frustrierend (im postitiven, nägelkauenden Sinne), weil ich bei jedem weiteren Satz auf Erklärungen gehofft habe.

Gut gefallen hat mir auch, dass dieses Wiederkennenlernen der Figuren sehr natürlich wirkte. Es besteht genau das richtige Maß an vorsichtigem Herantasten und dem Versuch herauszufinden, ob noch etwas zu kitten ist, bevor ganz allmählich wieder etwas Vertrautheit entsteht.

Eine langsam erzählte Gesichte über Liebe und Freundschaft. Gefunden, verloren und manchmal erneut gefunden.

Sonntag, 31. Mai 2015

Richard Kadrey - Devil said Bang



Teil 1 - Sandman Slim (Höllendämmerung)
Teil 2 - Kill the Dead
Teil 3 - Aloha form Hell
Teil 4 - Devil said Bang
Teil 5 - Kill City Blues
Teil 6 - The Getaway God

Bislang liegt nur der erste Teil in deutscher Übersetzung vor.

Achtung: Enthält Spoiler zu den Vorgängerbänden... die aber nicht unbedingt stören. Denn wer nur das erste Kapitel des ersten Teils gelesen hat weiß sowieso, dass aus Stark "The Monster who kills Monsters" niemals Schwiegermutters Liebling werden wird.

Also nur ganz kurz zur Ausgangssituation: James Stark alias Sandman Slim befindet sich in der Hölle. Schon wieder. Jedoch ist er in der Hackordnung nach oben gerutscht. Nachdem er bei seinem ersten Aufenthalt als Sklave in der Arena kämpfen musste, hat ihm nun Luzifer das Szepter in die Hand gedrückt und sich dann vom Acker gemacht. Man stelle sich also einen extrem angepissten Stark vor, der sich, statt nach Hause zu können, mit politischen Intrigen und Verwaltungskram auseinandersetzen muss, sowie dem ein oder anderen mehr oder weniger ekligen Attentäter. Zudem sollte er als neuer Luzifer eigentlich in der Lage sein, nach Belieben zwischen Erde und Hölle hin- und herzuwechseln. Zu blöd nur, dass ihm sein Vorgänger nicht alle Tricks verraten hat, so dass er sich jetzt selbst auf die Suche machen muss.

Noch kürzere Storyzusammenfassung: Antiheld mit Persönlichkeitsstörung (kann man das so nennen, wenn ein Teil von ihm sich abspaltet und sie getrennte Wege gehen?) muss die Welt retten, und die Hölle gleich mit, weil... irgendwer muss das schließlich tun.

Das ganze Ding ist ein buchgewordenes B-Movie der schlimmsten Sorte. Trashig, grellbunt und absolut geschmacklos. Dabei ist die ganze Geschichte jedoch sooo sehr überdreht, dass mich das ausnahmsweise nicht so richtig gestört hat. Zumindest nicht so sehr, dass ich das Buch weggelegt hätte. Obwohl, nein, das stimmt so auch nicht. Ich habe es immer mal wieder zur Seite gelegt, gedacht, dass dies der größte bullshit ist, der mir in letzter Zeit untergekommen ist, und es dann doch wieder hervorgeholt. Bin dann über eine Szene gestolpert, die zu einem "igitt, was macht der denn jetzt schon wieder" führte und dann trotzdem hängengeblieben.

Kennt jemand von Euch die Reihe?

Sonntag, 24. Mai 2015

Cornelia Funke - Recklesss: Das goldene Garn




Cornelia Funke - Reckless: Das Goldene Garn

Hierbei handelt es sich um den dritten Teil der Reihe um Jakob und Will Reckless.

Teil 1: Steinernes Fleisch
Teil 2: Lebendige Schatten
Teil 3: Das goldene Garn

Die Geschichte schließt nahtlos an die Vorgängerbände an und führt den Leser ein weiteres Mal in die Welt hinter dem Spiegel. Ohne Kenntnis der Vorgängerbände dürfte es jedoch einige Verständnisprobleme geben, da viele bekannte Figuren auftauchen und es keine ausführlichen Wiederholungen gibt. Die Reihe ist daher eher nicht für Quereinsteiger zu empfehlen. Aber hey, wer es noch nicht gelesen hat kann sich gleich auf drei wunderbare Abenteuer freuen. Und ich freue mich, dass ein nerviges "was bisher geschah" ausbleibt.

Und worum geht es diesmal?
Einst wurden die Erlelfen in der Welt hinter dem Spiegel von den Feen besiegt. Ein Fluch verwandelte sie in Bäume. Ein Fluch, der seit 800 Jahren Bestand hat. Doch ein paar wenigen von ihnen gelang die Flucht in eine Welt ohne Magie. Unsere Welt. Und nun wollen sie zurück.
In dem Glauben, die dunkle Fee hätte seine Freundin Clara mit einem Schlafzauber belegt, lässt sich Will von dem Erlelfen Spieler einspannen, in die Spiegelwelt zu reisen und die dunkle Fee zu töten, um damit seine Geliebte zu retten. Er ahnt nicht, dass Spieler ihn manipuliert, um die Feen zu töten und damit den Bann zu brechen.

Liebe und Eifersucht sind zentrale Themen dieses Buches. Da wäre zum einen Will, der aus Liebe loszieht, um eine Fee zu ermorden. Und natürlich auch die dunkle Fee selbst, die herzlose Unsterbliche, die für die Liebe ihre Heimat verlassen hat und den Verlust dieser Liebe nun kaum mehr ertragen kann. Aber ganz besonders geht es um Jakob, den unerschrockenen Schatzjäger und seine Gefährtin Fuchs, deren Liebe nicht sein darf, denn der Preis, den beide dafür zu zahlen hätten, ist unermesslich hoch.

Und natürlich ist auch diesmal die Spiegelwelt wieder voller Magie und zauberhafter Details beschrieben, dabei jedoch keinesfalls zahm. Märchen und Sagen sind hier lebendig und was lebendig ist, dass ist auch gefährlich. Die Handlung hat sich nach Osten verlagert und greift die entsprechenden Mythologien auf, so dass auch der dritte Ausflug in diese Welt an jeder Ecke Neues zu bieten hat.

Achtung: Dies ist keine Trilogie. Es wird zwar auch in diesem Band wieder eine Geschichte erzält, darum herum bleiben jedoch einige Fäden unbeendet.

... und das Warten auf Teil 4 beginnt.

Sonntag, 17. Mai 2015

Marian Keyes - Sushi für Anfänger


Originaltitel: Sushi for Beginners
Übersetzt von Susanne Höbel


Klappentext:

"Lisa kann es nicht fassen. Anstatt in den aufregenden Wirbel New Yorks wird sie ins nasskalte Dublin geschickt, um dort eine neue Stelle als Chefredakteurin anzutreten. Wie soll sie dort, wo man ihrer Meinung nach weder von Mode noch von Lifestyle etwas versteht, ein erfolgreiches Frauenmagazin aufbauen? Lisa nimmt die Herausforderung an - sie ist fest entschlossen, es den irischen Provinzlern so richtig zu zeigen. Doch bald merkt sie, dass sie ihre neuen Kollegen gewaltig unterschätzt hat..."

Der Klappentext beschreibt die Ausgangssituation der Geschichte treffend. Jedoch liegt der Schwerpunkt nach dem ersten Kapitel nicht mehr ausschließlich auf der Figur Lisa, die im Übrigen ein Kotzbrocken vor dem Herrn ist, sondern verteilt sich auf eine Handvoll sehr unterschiedlicher Personen.

Dabei ist Ashling, Lisas Assistentin, das verbindende Element. Ashling selbst ist ein nettes Durchschnittsmädel, immer hilfsbereit, bei allen beliebt und mit einem Helfersyndrom ausgestattet. Die Rolle des "netten Jungen von nebenan" besetzt Ashlings Nachbar Ted, der mit eigenwilligen Eulen-Witzen den Commedy-Himmel erobern möchte. Und natürlich gibt es auch eine unzufriedene Ehefrau und Mutter, hier Clodagh, Ashlings beste Freundin, sowie den umwerfend gutaussehenden Geschäftsführer Jack.

Mein Problem ist, dass mich die Geschichte einfach nicht fesseln konnte. Es soll eine neue Zeitschrift gegründet werden. Gut. Dazu wird eine erfolgreiche, reichlich zickige und bisweilen bösartige Redakteurin eingeflogen, die mit geringem Budget und einem zusammengewürftelten winzigen Team zurechtkommen soll. Könnte interessant werden. Bloß scheint es dann hauptsächlich um das Einsacken von Gratisproben von Werbepartnern zu gehen. Die ein oder andere Reportage wird vorbereitet, aber insgesamt bleibt die Zeitungsgeschichte Nebensache.

Stattdessen liegt das Hauptaugenmerk auf den Liebschaften und Intrigen der Figuren und natürlich der Frage, welche der Frauen am Ende Jack bekommt. Was so spannend jedoch nun auch wieder nicht ist.

Leider finde ich das Buch insgesamt eher mittelmäßig. Nicht wirklich schlecht, aber eben auch nichts, was ich begeistert meiner besten Freundin in die Hand drücken würde.

Sonntag, 10. Mai 2015

Alexandra Potter - Heute schon geträumt?

 

Klappentext:

„Hätte ich nur früher schon gewusst, was ich heute weiß“, denkt sich Charlotte Merryweather oft. Nie hätte sie etwas mit diesem Nichtsnutz angefangen, der ihr dann das Herz gebrochen hat. Sie hätte viel besser auf ihre Figur geachtet und ihr Geld nicht für so viele unnütze Dinge ausgegeben. Kein Wunder, dass sie begeistert ist, als sie nun mit Anfang dreißig ihrem früheren Ich begegnet und die Chance hat, all ihre Jugendsünden rückgängig zu machen. Aber ist ihr jetziges Leben als Geschäftsfrau im Dauerstress wirklich so perfekt? Vielleicht könnte ja die heutige Charlotte etwas von der unbeschwerten früheren lernen …"
 
 
Ich liebe Zeitreiseromane - warum also nicht mal eine Zeitreise mit einem leichten Frauenroman verbinden? Das Problem liegt wohl darin, dass in dieser Art locker-flockiger Unterhaltung für die meisten Leser Technik- und Physikgedöns nichts zu suchen hat. Also ist dies umgangen worden, indem man die Hauptfigur die Ereignisse einfach nicht zu genau hinterfragen ließ. Wenigstens wurde ihr eine bezaubernde Assistentin/Freundin zur Seite gestellt hat, die ein heimlicher Wissenschaftsfan ist und so ganz nebenher gewisse Theorien beisteuert. Trotzdem macht dieser Part nur einen sehr kleinen Teil der Geschichte aus. Schade eigentlich.
 
Aber nun zum Hauptteil der Story. Charlotte ist Anfang dreißig, hat eine eigene, erfolgreiche PR-Agentur und ist mit einem ebenso gut aussehenden wie erfolgreichen Mann liiert. Und natürlich zeigt sich Ihr Erfolg auch in ihrem erfolgreichen aufgestylten Äußeren. Und ja, das ist im Roman genau so übertrieben dargestellt *g*. Trotzdem wirkt die Hauptfigur nicht unsympathisch, bloß etwas... durchgeknallt. Aber auf eine nette Art und Weise.

Dann trifft sie auf ihr zehn Jahre jüngeres Ich, Lottie, die völlig unbeschwert gerade nach London gezogen ist, einen miesen Job hat, in einer Bruchbude lebt und sich prächtig amüsiert. Darüber, wie dieses Zusammentreffen zustande kommt, sollte man allerdings nicht zu genau nachdenken. Jedenfalls beschließt Charlotte, Lottie unter ihre Fittiche zu nehmen, und gewisse Fehlentscheidungen ungeschehen zu machen. 
 
Doch auch an Charlotte gehen diese Treffen nicht spurlos vorbei. Konfrontiert mit ihrem lebenslustigen jüngeren Ich beginnt sie, ihre jetzige Lebenssituation zu hinterfragen - und das hat ganz sicher nichts mit dem süßen Barkeeper zu tun, der damals auf Lottie stand und dem Charlotte erst vor kurzem in Ihrer Zeit wieder begegnet ist.
 
Natürlich ist der Roman in einigen Punkten sehr vorhersehbar. Er ist aber auch charmant genug geschrieben, so dass dies nicht weiter stört.
     

Montag, 4. Mai 2015

José Saramago - Die Reise des Elefanten



Johann der Dritte, König von Portugal, und seine Frau Katharina haben ein Problem. Sie brauchen ein Geschenk für Vetter Maximilian, den Erzherzog von Österreich. Und etwas Besonderes soll es sein. Etwas, dass vor den Augen der Öffentlichkeit etwas her macht. Hier kommt Salomon ins Spiel, ein Elefant, der mehr oder weniger in Vergessenheit geraten ist nachdem sich schon vor geraumer Zeit dessen Neuheitswert abgenutzt hat. Kurzerhand wird ein Soldatentrupp zusammenstellt, der den Elefanten zusammen mit dessen Pfleger Subhro an seinen neuen Besitzer übergeben soll. Und so beginnt ein Road-Trip durch Portugal und Spanien bis ins Wien des 16. Jahrhunderts.

Bislang stand noch nichts von Saramago auf meiner Leseliste, aufgrund seiner vielen Literaturauszeichnungen bin ich jedoch mit großen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Joa. Es ist definitiv außergewöhnlich. Aber hat es mir gefallen? Mmh.

Zunächst einmal wäre da der überaus gewöhnungsbedürftige Schreibstil, denn Saramago nutzt keine Anführungszeichen für wörtliche Rede, lässt seine Figuren aber munter drauf los quatschen. Nach ein paar Seiten kann man sich daran zwar gewöhnen, es wirkt auf mich aber unnötig anstrengend. Zumal wenn innerhalb eines Satzes mehrere Dialogzeilen gewechselt werden und teilweise bloß durch die Groß- und Kleinschreibung zu erahnen ist, wo die eine Rede aufhört und die nächste beginnt. Der Sinn hinter dieser eigenwilligen Interpunktion erschließt sich mir nicht --> ist halt Kunst *schulterzuck*.

Die Story selbst ist schon interessant, jedenfalls für etwa zwei Drittel des Buches. Es wird zwar nicht unbedingt Spannung aufgebaut, aber die Reise an sich ist so ungewöhnlich, dass dies gar nicht notwendig ist. Der trockene Humor tut sein Übriges. Je näher jedoch das Ende rückt, desto mehr beginnt der Autor von der Reise-Story wegzudriften. Schon von Anfang an gibt es immer wieder Einschübe, in denen sich der Autor direkt an den Leser wendet, etwas vorwegnimmt oder erklärt. Zum Ende hin häufen sich diese Passagen und die Reise selbst tritt immer weiter in den Hintergrund. Ich hatte gegen Ende mehrmals den Wunsch, er möge endlich zum Punkt kommen.

Schade, aber die große Begeisterung bleibt bei mir aus.